In guter Gesellschaft
Neuerdings habe ich erfahren, dass ich als demnächst geschiedene und verlassene Mutter in guter Gesellschaft bin. Fragt sich nur, wie mich das bewegt. Denn ich finde es absolut nicht tröstlich sondern eher traurig, dass es mittlerweile in unserer Gesellschaft als akzeptabel angesehen wird, wenn Frau und Kinder in Stich gelassen werden. In meinen Augen haben Väter nicht nur eine finanzielle Verpflichtung, sondern auch eine körperliche und geistige Verpflichtung ihren Kindern gegenüber, oder? Eine automatische gemeinsame Obsorge finde ich zum Beispiel in meinem Fall als absolut falsch! Vielleicht sollte man bereits in guten Zeiten hier eine gemeinsame Regelung vereinbaren, denn in schlechten Zeiten schlägt auch die Kommunikation einfach fehl.
Ich weiß nicht, ob das gesellschaftlich wirklich akzeptabel geworden ist - hoffe mal nicht - jedoch ist es eben leider so, dass es sich hier um etwas "alltägliches" handelt. Echt traurig. Alleine in meinem Bekanntenkreis ist sicher die Hälfte aller Mütter allein mit ihren Kindern... Auf der anderen Seite habe ich auch einen sehr lieben Freund, der um sein Kind kämpft wie ein Löwe, weil die Mutter eine ganz furchbare Furie ist, die den Kleinen schlägt, nicht ausreichend mit Essen versorgt und viele weitere ganz furchbare Dinge. Beim Vater hätte der Bub es sehr sehr gut, aber nein, die Mutter erhält auch noch Unterstützung von Seitens unseres Staates. Natürlich bekommt das Kind alles mit. Das ist ja wohl das Schlimmste. Mir wer lieber das entsprechende Elternteil vertschüsst sich auf Nimmerwiedersehen, als das Rosenkriege auf den Köpfen der Kinder ausgetragen werden!
Vielleicht ein kleiner Trost für dich- aber du bist wirklich nicht alleine. In meinem Bekanntenkreis gehören wir schon fast zu Unikaten, weil wir noch zusammen sind. Fast alle haben sich getrennt oder sind gerade dabei oder haben riesige Schwierigekeiten und trennen sich nur wegen Haus, Auto etc nicht. Das ist dann scheinbar der bequeme Weg... Du gehst den umbequemen, musst dich bei den Behörden durchschlagen, aber du gehst diesen Weg. Viel Kraft und Mut dafür. Es lohnt sich sicher, Mr. Right wird schon wieder in deinem Leben auftauchen. Ich zumindest glaube ganz fest daran, dass wir Liebe - die richtige- in unserem Leben verdient haben! Deine Kinder geben dir sicherlich die Kraft bis dahin- 4 Stk. das ist toll!!!
Zu allererst möchte ich mich wirklich herzlich für die Kommentare bedanken. Diese Art des kommunikativen Austausches kann einer alleinerziehenden Mutter wirklich helfen, da es meist für alleinige Gespräche mit FreundInnen untertags kaum Zeit gibt. Vor allem in der Sommerzeit sind die Lauscherohren sofort dabei ;-)
Was mir zur Zeit am meisten Sorge macht, ist eine furchtbare Angst ... Angst, dass meine Gutmütigkeit und mein Wille die Kinder so gut wie möglich zu unterstützen ausgenutzt und als Schwäche ausgelegt wird. Jedesmal wenn er die Kinder zum Wiedersehen abholt, erlebe ich eine Horrorzeit bis sie wieder zurück sind. Nicht, dass ihnen etwas passieren könnte, nein - dass er sie mir nicht wieder zurückbringt. Haben andere Mütter auch solche Ängste und ich frage mich, ob es ein vorzeitiger Abnabelungsprozeß ist, der sonst meist später ist und vor allem durch den Jüngsten verstärkt wird? Außerdem hat mich eine Aussage beunruhigt, als er meinte, dass er die Kinder gerne zu sich nimmt, wenn mir alles zu viel wird. Diese Aussage finde ich echt gemein, da man so keinerlei Schwächen zugeben bzw. zeigen darf...
Kommunikation ist absolut das richtige Wort. Dabei sollten beide Seiten so demütig wie möglich sein und ihre Fehler ehrlich eingestehen. Und wenn er sagt er nimmt die Kinder zu sich, dann würd ich das nicht als Gemeinheit betrachten sondern als gutgemeintes Angebot. Und geradezu als Einladung Schwächen zuzugeben. Ich würde ihn beim Wort nehmen. Je mehr man in die Worte der anderen hineininterpretiert umso größer werden dann auch die Mißverständnisse und das Mißtrauen. Ich sprech übrigens aus eigener Erfahrung. Kopf hoch also, das wird schon! Man wird ja nicht nur älter sondern auch reifer.
Willkommen im Club. Ja, die Entwicklung zu Trennungen steigt an, mit oder ohne Kinder. Bei mir war es so, daß ich meine letzten Ehejahre wegen elterlichen aussagen wie "die Kinder brauchen einen Vater" nur mit Medikamenten durchgedrückt habe, weil ich es sonst nicht ausgehalten hätte. Nachdem die dann auch nichts mehr genützt haben, kam es endgültig zur Scheidung.
Ich denke heute, es wäre besser gewesen, damals den Schußstrich zu ziehen. Den Kindern wäre viel an Streiterei, dicker Luft und Unzufriedenheite der Eltern erspart geblieben. Und mir letztendlich auch.
Seit der Trennung leben alle Seiten viel streßfreier. Dazu muß man sagen, daß wir eine mehr oder weniger reibungslose Scheidung hatten und mein Ex und ich noch immer gut miteinander auskommen. Meinungsverschiedenheiten gibt es nach wie vor, beschränken sich aber auf kurze Zeit, da dann jeder seines Weges gehen kann, und wir nicht wie früher uns in der Wohnung aus dem Weg gehen mußten oder wieder zusammenkrachten, was den Konflikt noch künstlich in die Länge zog.
Ich möchte hier kein Plädojer für Scheidungen halten. Aber ich bin fest der Meinung, daß altertümliche Meinungen die Ehe betreffend langsam ad acta gelegt werden sollten. Vielleicht ist der Mensch doch kein so lebenszeitlich monogames Wesen, wie es uns die Kirche weis zu machen glaubt.
Und zu den Ängsten: Ja, die habe ich auch, obwohl alles gut läuft. Die reichen von "Was ist, wenn ich es finanziell nicht schaffe?" bis zu "Was passiert, wenn ich es psychisch nicht durchdrücke?" Natürlich darf man sich weder dem Ex noch dessen Familie und schon gar nicht der eigenen Familie (bei mir zumindest) eine Blöße geben, denn "Ich habs dir ja gesagt"- und "Das hättest du dir früher überlegen müssen"-Sager kommen schneller als man denkt.
Daher: Augen zu und durch. Du schaffst das und deine Kinder werden es dir danken!
Ich finde auch, wenns vorbei is is vorbei. Und ich kenne auch Familien die aus den verschiedensten Gründen zusammen geblieben sind, aber den wichtigsten Grund übersehen haben(meiner meinung nach). Das Glück bleibt dabei auf der Strecke.Da passt in Wirklichkeit gar nix mehr. Da bin ich lieber kurz allein unglücklich als lang zu zweit. Und wenn die Eltern unglücklich sind, sind es auch die Kinder, oder? Solange man sich nach einer Trennung gut arrangieren kann und versucht freundschaftlich miteinander umzugehen sehen auch die Kinder ein, dass es anders geht. Viel Glück!





Hallo Miss Adams!
... Eine automatische gemeinsame Obsorge finde ich zum Beispiel in meinem Fall als absolut falsch! Vielleicht sollte man bereits in guten Zeiten hier eine gemeinsame Regelung vereinbaren, denn in schlechten Zeiten schlägt auch die Kommunikation einfach fehl.
...das seh ich genauso!
Ich wünsch dir viel Kraft und Durchhaltevermögen. Du wirst das schon schaffen - und vorallem du hast deine Kinder - sei froh das er dir das nicht genommen hat!
Ich kenn einen Fall wo der Vater (und der ist ein wirklich guter und liebevoller Vater) um seine Kinder kämpft aber die Kindesmutter einfach mehr Geld hat und sich so problemlos gute Anwälte leisten kann - der Vater hat dadurch leider null Chancen! Alles Liebe!