Mein Kind - ein Ungeheuer!
Die Familienexpertin gibt Antworten auf deine Frage
Hilfe! Ich habe ein tobendes und schreiendes Kind! Eine Frage von Valeria an die Familienexpertin:
Mein Sohn ist 6 Jahre alt. Im Moment macht er mir große Sorgen! Ein Beispiel: Seine Schwester feiert ihren 8. Geburtstag und bekommt einen mp3-Player. Mein Sohn schreit, tobt, wirft mit Holz und schlägt auf mich ein, weil er das auch will.
Ein zweites Beispiel:
Sein Freund darf am Sonntag nicht bei ihm schlafen, haut mit Gegenständen herum und versucht mich mit einem Holzschwert zu schlagen. Dabei schreit und tobt er 45 Minuten lang ohne sich zu beruhigen. Wie reagiere ich als Mutter?
Antwort der Familienexpertin:
Hallo Valeria,
das Verhalten deines Sohnes zeigt, dass es ihm wichtig ist, im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Beim Geburtstag der Schwester fühlt er sich offenbar übergangen, nicht so beachtet wie die große Schwester, die Geschenke bekommt und gefeiert wird. Er verlangt, was für ein Kind absolut normal ist, dass alles nach seinem Willen geht, dass alle seine Wünsche erfüllt werden, am besten sofort. Mit seiner starken Reaktion auf das Nicht-Durchsetzen-Könnens seines Willens testet er aus, wie weit er gehen kann und wer ihm wann welche Grenze(n) setzt. Dass du seinem Tun Grenzen setzen, ist sehr wichtig für ein Kind. Das Kind braucht Grenzen, um sich darin wie in einem sicheren Rahmen bewegen zu können. Je dehnbarer und weiter die Grenzen sind, desto weiter kann und wird das Kind gehen.
Deshalb ist es von enormer Bedeutung, dass du konkrete Regeln aufstellst, deinem Sohn Grenzen klar kommunizierst und diese konsequent einhältst und durchsetzt. Kinder brauchen einen Rahmen. Sie müssen wissen, wo bei den Eltern Schluss ist, wie weit sie gehen können, was sie tun dürfen und was nicht. Wir Eltern neigen dazu, unseren Kindern viel zu erklären, damit es versteht, warum es etwas tun oder unterlassen soll und es oft zu mahnen, wenn es das gewünschte Verhalten nicht zeigt. Gerade bei Kindern, die gerne die Grenzen ausreizen und dich in Machtspielchen verwickeln, ist Handeln wichtiger als Reden. Kinder werden schnell "elterntaub", wenn sie den Eindruck haben, die Mama oder der Papa "reden eh nur" und ihr Verhalten hat keine Konsequenzen.
Wenn du den Eindruck hast, dein Sohn ist im Moment besonders unfolgsam oder aggressiver als sonst, ist es ratsam zu überlegen, ob es kürzlich ein Ereignis im Leben deines Kindes gegeben hat, das dieses Verhalten fördern oder auslösen könnte. Solche Ereignisse können sein: Eintritt in den Kindergarten, Kindergartenwechsel (oder Wechsel der Betreuungsperson), Übersiedlung in eine neue Wohnung, Trennung der Eltern, ein neuer Partner an der Seite eines Elternteils, Tod oder Krankheit eines nahestehenden Menschen. In solchen Lebensphasen brauchen Kinder besonders viel Aufmerksamkeit und Nähe, aber auch weiterhin ihre Routine und ihre Grenzen.
Ich rate dir, ein Gespräch mit deinem Sohn zu führen, in dem du ihm erklärst, dass beim Geburtstag der Schwester die große Schwester im Mittelpunkt steht. Wichtig ist, dass du deinem Sohn das Gefühl vermittelst, dass das nicht bedeutet, dass du ihn weniger lieb hast als die Schwester. Die Geschenke, die er zu ihrem Geburtstag erhält, heißen nicht, dass sie sich diese mehr verdient hat als er, sondern dass der Jahrestag ihrer Geburt gefeiert wird. Bei seinem eigenen Geburtstag wird dafür er Geschenke bekommen, sie nicht.
Ich wünsche dir alles Gute für das Meistern dieser Situation!
Deine Familienexpertin
[Disclaimer]









Kommentare
Würdest du eine andere Reihenfolge vorschlagen?
Frage dazu: wie genau soll das grenzen setzen ausschauen?
bzw erst androhung einer konsequenz? und dann erst durchführung?
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