Wenn der Körper spricht

Tipps vom VITAfamily Expertenteam zum Thema Wenn der Körper spricht

Fibromyalgie, die Krankheit mit den 1000 Gesichtern. Wandernde Schmerzen am ganzen Körper, Erschöpfung, diverse Befindlichkeitsstörungen, Depressionen, Angstzustände und vegetative Symptome wie Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Reizblase, Magen-Darm Beschwerden und Kreislaufprobleme. Das Fibromyalgiesyndrom – FMS (fibra = Faser, mys = Muskel, algos = Schmerz) ist eine weichteilrheumatische, chronische Schmerzerkrankung. Es ist keine entzündliche Erkrankung. Laborwerte und andere Befunde bieten keine ausreichende Erklärung für die Schmerzen.

Die Ursache ist noch nicht genau geklärt, aber es wird vermutet, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Es gibt das biopsychosoziale Modell, welches für Krankheit aber auch für Gesundheit angewendet werden kann. Das Biologische ist die eigene Veranlagung und ein körperlicher Auslöser kann zur Krankheit führen. Zur Psyche gehören die kindliche Entwicklung, eine eventuelle Selbstwertgefühlsproblematik und der Seelenzustand. Ein psychischer Auslöser kann zur Krankheit führen. Zum Sozialen gehören frühe Bindungen, soziale Unterstützung und ein sozialökonomischer Status. Auch hier können Verluste oder Defizite zur Krankheit führen. Demnach besteht der Mensch aus einer bio-psycho-sozialen Einheit.

Zu den Persönlichkeitsmerkmalen eines Fibromyalgie-Erkrankten gehören Perfektionismus, ein hoher Leistungsanspruch, Vernachlässigung eigener Bedürfnisse und ein hohes soziales Engament. Irgendwann kommt der Zusammenbruch und dem Körper bleibt nichts mehr übrig als zu schreien, alle Warnleuchten wurden übersehen.

Die Frage ist, wie kann der Schmerz wieder reduziert werden oder wie gelingt es nun mit dieser Schmerzerkrankung zu leben? Wichtig dabei ist: Schmerz auslösende Situationen und negative Einflüsse zu vermeiden und den Lebensstil in eine positive Richtung zu verändern.

Das biopsychosoziale Modell lässt sich für die Gesundheit ebenfalls anwenden. Bei Fibromyalgie hilft nicht nur eine Strategie, sondern es muss multiprofessionell gearbeitet werden. Eine Therapie, die Körper, Geist und Seele berücksichtigt, setzt die richtigen Schritte zur Lebensqualitätsverbesserung.

Es gibt eine Reihe hilfreicher Therapiemöglichkeiten:

Körper

Vertrauensvolle Arzt-Patientenbeziehung
Medikamentöse Therapie
Alternativmedizin
Physikalische Therapie (Einzelheilgymnastik, Massage sanft ausgeübt, Cranio-Sacraltherapie, Osteopathie)
Dehnungsübungen, Kraftübungen vorsichtig dosiert ohne dass Schmerzen auftreten
Shiatsu
Spaziergänge
Nordic Walking
Wärme
Infrarotlampe
Hyperthermie
Gasteiner Heilstollen
Kältekammer

Geist

Entspannungsübungen
Achtsamkeitstraining
Gedächtnisübungen
Austausch mit anderen
Lesen

Psyche

Psychotherapie
Schmerzcoaching
Selbsthilfegruppe
Positive Lebenseinstellung (damit ist nicht positives Denken gemeint, denn es ist kontraproduktiv sich einzureden, dass keine Schmerzen vorhanden sind, dies ist für einen selbst unglaubwürdig)
Das Wort muss aus dem Wortschatz streichen stattdessen ich darf, ich will, ich möchte, ich entscheide mich dafür.

© Tamara Gunacker / Lebens- und Sozialberatung/Schmerzcoach/Burn-Out Präventionsberatung/Bildungs- und Berufsberatung

Tamara Gunacker

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Kommentare

Kommentar

Sehr geehrte Frau Teresa,

ich bin die Verfasserin des Artikels und habe auch den Kommentar zur Frau Renate Nix geschrieben. Ob Sie an einem Fibromyalgie-Syndrom leiden, müsste ärztlich abgeklärt werden. Es gibt die sekundäre (Vorliegen anderer Grunderkrankungen) oder die primäre Fibromyalgie. Es müsste eine Diagnostik zum Ausschluss anderer Erkrankungen durchgeführt werden. Bei dem Fibromyalgie-Syndrom gibt es keine eindeutigen Laborwerte und andere Befunde, die die Schmerzen ausreichend erklären. Mindestens 11 von 18 Tenderpoints (Schmerzpunkte am Muskel-Sehnenübergang) müssen vorhanden sein.

Wichtig bei der Behandlung ist ein interdisziplinäres schmerztherapeutisches Konzept. Die Behandlung des FMS orientiert sich an den Symptomen. Es muss an mehreren Ebenen gearbeitet werden. Da gibt es die körperliche Ebene, wo mit einer gezielten Therapie an der gestörten Muskelbalance gearbeitet wird und geeignete Medikamente gefunden werden. Dann gibt es die psychische Ebene, bei der Ressourcen gefördert und Strategien entwickelt werden, um mit dem Schmerz besser leben zu können. Sowie die soziale Ebene, wo Belastungsfaktoren in Beruf, Familie und näheres Umfeld reduziert werden.

Ich selbst biete Schmerzcoaching bei VITAfamily an und bin Mitarbeiterin der interdisziplinären Praxis für Fibromyalgie und chronische Schmerzerkrankungen, wo Sie auch eine ärztliche Untersuchung machen können.
www.fibromyalgie.cc
http://www.vitafamily.at/schmerzcoaching.html

Mit freundlichen Grüßen
Tamara Gunacker
VITAfamily


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Liebe Teresa,

ich würde Ihnen raten, sich direkt an das VITAfamily Team zu wenden. Sie haben unter dem Artikel eine Link. Schreiben oder kopieren Sie einfach Ihre Frage dort in das Feld hinein und Ihre Frage wird von der zuständigen Kollegin beantwortet. MfG Sabine


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Ab wann weiß ich den das ich Fibromyalgie habe? Ich habe seit Jahren einen Reizmagen und Darm schmerzen in Beinen alles ohne Befund früher auch Angststörungen Depressionen ( jetzt auch noch aber in abgeschwächter Form ) Allergien einen ganzen Haufen und Erschöpfungszustände und nicht zu vergessen einen enormen Perfektionisumus.
Ich habe mit Psychosomtischer Energetik begonnen die mir echt gut getan hat leider habe ich den letzen Termin nicht wahrnehmen können aus Privaten gründen werde es aber sicher wieder in Anspruch nehemen.
Ist den ds überhaupt eine sinnvolle und versprechende Therapie oder eher blödsinn??
Ich denke auch so wie geschrieben das es sehr viel mit meinen Kindheit zu tun hat naja Kindheit ´kann ich es garnicht nennen.
Gibt es Lösungsvorschläge die ich noch tun könnte um meine Schmerzen los zu werden ?

Lg Teresa


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Sehr geehrte Frau Renate Nix!

Fibromyalgie wird dem rheumatischen Formenkreis zugeordnet, ist aber wie im Artikel erwähnt eine nichtentzündliche Schmerzerkrankung. Zum Glück werden auch keine Gelenke geschädigt. Es gibt verschiedene Entstehungstheorien. Eine davon ist, dass Fibromyalgie eine Störung der Schmerzverarbeitung im Zentralnervensystem ist. Eine andere Annahme besagt, dass eine gestörte Muskeldurchblutung zu Verspannungen führt. Die genaue Krankheitsursache ist bis jetzt noch nicht geklärt. Das biopsychosoziale Modell besagt nicht, dass eine „schwere Kindheit“ der ausschließliche Grund der Entstehung der Erkrankung ist, sondern geht davon aus, dass viele Faktoren dazu beitragen, dass Fibromyalgie entstehen konnte. Es geht nicht darum SchmerzpatientInnen ins „Psychoeck“ zu stellen, sondern darauf aufmerksam zu machen, dass Körper, Geist und Seele eine Einheit sind und dass ein Wechselspiel vorherrscht. Wenn der Körper unter Schmerzen leidet, dann hat dies Auswirkungen auf das psychische Wohlbefinden und wenn es einer Person seelisch schlecht geht, hat dies Auswirkungen auf den körperlichen Zustand. Bei Fibromyalgie muss multiprofessionell angesetzt werden und es geht darum die eigene Lebensqualität zu verbessern. Dazu gehören auch ein verständnisvoller Freundeskreises und eine unterstützende Familie sowie der Austausch von Betroffenen untereinander, dazu gibt es Selbsthilfegruppen und auch Schmerzforen.

Es wurde eine Studie über Fibromyalgie von Ceops im Orthopädischen Spital Speising durchgeführt. Unter anderem wird dort angeführt, dass bei der Schmerzgruppe signifikant ausgeprägt: häufige psychologische Traumata in der Kindheit vorherrschten.
http://www.ceops.at/index.php?mnu=studien

VITAfamily


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Es ärgert mich immer wieder, solch einen Unsinn zu lesen. FMS ist KEIN Weichteilrheuma, diese Bezeichnung ist völlig veraltet. Man geht heute davon aus, dass es eine Störung der Schmerzverarbeitung im ZNS sein soll. Diese führt dazu dass die Muskulatur dauernd Anspannung "produziert" und so die Schmerzen mit auslöst. Daher ist die o.a. Darstellung, dass eine "schwere Kindheit" Schuld sein soll, eher unwahrscheinlich und schiebt nur wieder chronische Schmerzpatienten in die Psychoecke ab. Damit erreicht man, dass diese schmerzgeplagten Menschen auch weiterhin gar nicht oder nur unzureichend behandelt werden und vor allem dass die mit Psychopharmaka vollgestopft werden ohne dass eine schmerzlindernde Wirkung erzielt werden kann. Dies wird dann als "Rebellion" des Patienten angesehen und schon sind wir wieder in der Psychoecke. Es erbost mich jedes Mal, dass solch veraltete "Meinungen" immer noch kursieren. Würde man mal korrekt recherchieren, würde man auch bemerken, dass FMS nicht dem rheumatischen Formenkreis angehört, da weder Entzündungen ablaufen, noch Gelenke geschädigt sind oder werden. Wichtiger wäre eine multimodale Therapie: Schmerztherapie, BEWEGUNG, Entspannungsübungen und ggf. eine Gesprächstherapie zur Verarbeitung der belastenden Situation und zur Verbesserung des Verständnisses der Patienten für ihre Erkrankung. Wer weiß, was er hat und wer sich dann damit "arrangieren" kann, weil eine Heilung heut zu Tage noch nicht möglich ist, da die Ursachen weiterhin unbekannt sind, der ist schon einen großen Schritt weiter. Die aktive Selbsthilfe ist da die ideale "Ergänzung" und man kann sich so mit den Leuten austauschen, die selbst erfahren haben, was diese Krankheit bedeutet und wie man mit ihr umgehen kann.
Bewegung sollte auch einen Großteil einnehmen, denn so wird die Muskulatur entspannt und es werden Botenstoffe im Gehirn angeregt, die für den "Wohlfühleffekt" verantwortlich sind, um es mal mich einfachen Worten aus zu drücken.
Das böse Wort "WEichteilrheuma" sollte endlich in der Versenkung verschwinden, denn damit wird dem Patienten ein völlig falsches Bild über die Erkrankung "vorgegaukelt". Auch wichtig ist, dass die Patienten gut informiert sind : d-f-s.de hat gute Informationen und Artikel zur Erkrankung. Das hat mir persönlich sehr weiter geholfen.
LG, Renate Nix


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Ich glaube, dass es immer wieder schwierig ist festzustellen, ab wann der Körper eine bestimmte Art der Behandlung benötigt. Da tut es sicher gut, sich bewußt Zeit dafür zu nehmen - aber wer macht das schon, wenn alles so schnelllebig ist?


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