Was bringt der Osterhase?
Tipps vom VITAfamily Expertenteam zum Thema Geschenke zu Ostern
Marie bringt der Hoppelfreund wahrscheinlich ein Körbchen mit bunten Eiern, einen Schokohasen und vielleicht das Bilderbuch, das sie neulich mit Mama entdeckt hat. Konrad hingegen erwartet sich schon etwas mehr – auf seiner Wunschliste steht das Fahrrad an erster Stelle. Doch selbst davon können Margarethas Eltern nur träumen. Ihre Tochter bekommt von der Oma eine neue Rutsche für den Garten, vom Opa das ferngesteuerte Auto (gibt’s jetzt auch in quietschpink), Tante Helene hat schon vor Monaten eine Puppe samt Buggy gekauft und Margarethes Taufpatin freut sich jetzt schon „auf ihr süßes Gesicht, wenn sie sieht, was der Osterhase bringt“, denn sie sponsert heuer die Liebe ihres Taufkindes zu Stofftieren aller Art mit einem Riesenteddy, den es neulich beim Diskonter gab. Ganz zu schweigen von 10 Kilo Schokolade und sicherlich den ein oder anderen Kleinkram dazu. „Viel zu viel!“ stöhnt Margarethas Mutter.
Viel zu viel?
Wir kennen das ja eigentlich schon von Weihnachten. Eigentlich soll`s das Fest der Liebe sein - die Familie ist wichtig, das gemeinsame Essen, die Stimmung und der Baum. So wünscht es sich jeder, vor allem die Kinder.
Denke doch mal zurück an deine Kindheit – welche Osterbilder hast du im Kopf? Geschenke? Verpackungen und deren Größe oder Summe? Diese Frage stelle ich in meinen Kursen sehr oft und bekomme als Antwort selten begeisterte Zustimmung, sondern nachdenkliche und doch strahlende Blicke. Damals wie heute ist es der Zauber, der dahinter steckt. Das Warten, das Herzklopfen, der Geruch, der vorsichtige Blick aus dem Fenster, ob nicht doch irgendwo ein Hase vorbei hoppelt. Und schließlich das gemeinsame Suchen, das Frühstück am geschmückten Tisch und die Freude auf den Frühling und die warme Jahreszeit.
Natürlich ist die Freude über Geschenke groß! Doch es gibt tatsächlich ein „zu viel“. Nämlich dann, wenn der Wert des einzelnen Geschenks nicht mehr erkannt wird. Wenn es nur noch um die Summe oder die Größe, nicht aber um die Bedeutung der Überraschung geht.
Doch wie es (jaja, so ist das leider) immer ist, müssen auch wir Erwachsenen überlegen, welche Werte wir unseren Kindern mitgeben wollten – auch was den Materialismus betrifft. Muss es immer das neuste, beste, schnellste Handy sein? Wofür gebe ich Geld aus – sind es wirklich für mich persönlich wertvolle Dinge, oder ist Übertreibung und Alltagslangeweile mit im Spiel? Und schließlich: Was ist mir wirklich wichtig, worauf möchte ich den Fokus in meiner Familie lenken?
Unser Tipp
Ein gemeinsam gedeckter und geschmückter Tisch, die gemeinsame Spannung beim Suchen (und verstecken ;-) der Hoppelhasenüberraschungen und ein gemeinsamer Spaziergang wird deinen Kindern eher in Erinnerung bleiben, als einen eigenen 3D Fernseher im Zimmer zu haben. Keine Zeit? Das zählt nicht, denn es kommt nicht auf die Dauer an, sondern auf die Qualität der Zeit, die ihr gemeinsam verbringt! Lieber eine schöne Stunde im Wald, als zwei hektische Stunden mit der halben Aufmerksamkeit für die Kinder. Und denk daran: Erst durch dein Beispiel zeigst du deinem Kind, was deine Worte wert sind - es wird eher deinem Verhalten als deinen Worten folgen.
Also dann, auf ins Blumengeschäft und endlich Palmkätzchen kaufen!
Und apropos Wald: Nächte Woche zeigen wir dir, was den Wald für Familien richtig spannend machen kann! Bis dahin: Frohe Ostern!

Johanna Windisch
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