Mit Kindern in den Wald

Von Schatzbockerln, Waldzwergen und Butterbroten

Bäume sind Gedichte, die die Erde in den Himmel schreibt. (Gibran Khalil 1883-1931)

Ach ja, ich liebe es still durch den Wald zu gehen. (Aus Zeitmangel tut`s Dank Beruf, Kinder, Familie und Haushalt auch ein schöner Park oder die Allee um die Ecke.) Dabei geht meine Familie (samt meiner Kinder, Sohn (3) und Töchterlein (1, meist im Tragetuch auf Papas Rücken) gerne mit.

Während die Kleine meist viel verschläft, muss der Große mitunter bei Laune gehalten werden. Schweigend durch den Wald zu marschieren ist nicht so seine Sache – da muss man als Mama (oder Oma, denn die nehmen wir oft mit) schon kreativ sein!
„Wohin gehen wir eigentlich?“ – „Was ist das für eine Blume, Mama? Hat die einen Namen, so wie ich?“ – „Ich glaub, ich krieg Seitenstechen – auaaa!“ – „Ich bin schon so müd, mir tun die Füße weh!“ – „Ich muss Luluuuuu!“ Und das ist nur eine kleine Auswahl. Dabei muss ich ihm anrechnen: Er geht wirklich brav mit. Mit ein bisschen Spiel und Spaß und kleinen Aufgaben, mit ein paar Geschichten am Wegesrand und ein paar Schmankerln wie Jause und Basteln in Aussicht, klappt das wirklich gut. Unser Rekord bisher: 7,5 Kilometer.

2011, Jahr des Baumes
Ich möchte alle Eltern einladen, mit Kindern die Natur zu genießen. Das hat nicht nur Vorteile für die Kleinen, sondern auch für die ganze Familie und schließlich hängt unser aller Zukunft auch davon ab, welchen Bezug wir zur Natur haben und wie wertvoll sie uns ist. Ich lade euch mit diesem Beitrag ein, selbst auch Tipps und Gedanken dazuzuschreiben! Vielleicht gibt es ein besonderes Spiel, das eure Kinder bei Naturspaziergängen gerne spielten?

Mein Sohn sammelt zum Beispiel gerne Bockerln in allen Größen und versteckt sie dann unter Baumwurzeln und zwischen Gräsern „damit die nach uns was suchen können“. Auch den Waldzwergen macht es Spaß, seine versteckten Schätze zu bergen. Wenn man mal ganz leise ist, hört man sie kichern und rascheln. (Sag bloß, du wusstest das nicht! Waldzwerge sind furchtbar scheu. Woran das wohl liegt? Mein Sohn vertritt ja die Meinung, dass sie schon aufgrund ihrer Größe Angst vor Menschen haben, ich hingegen denke mir, dass sie vielleicht schon schlechte Erfahrungen sammeln mussten. Bitte zeige daher auch du deinem Kind, dass man mit der Natur respektvoll umgehen sollte.)
Zurück zur Sammelleidenschaft: Kastanien hingegen landen in der Futterkrippe, die wir neulich ausgekundschaftet haben. In einem Extratascherl werden Stöckchen gesammelt, um zu Hause mit Paketschnur ein Floß zu binden und Steine wandern hinein, um dann bemalt zu werden. Dadurch entdeckt mein Sohn den Wald spielerisch und legt mühelos Meter für Meter zurück. Und ganz ehrlich, selbst Mama macht`s Spaß. Zusatzmotivation: Die Aussicht auf das gemeinsame Basteln am Abend oder am Tag danach.

Im Wald werden alle Sinne angesprochen
Sehen, hören, fühlen, riechen. Dein Kind erfährt nicht nur Bewegung, Muskelkraft und Ausdauer, sondern auch Ruhe und zu sich kommen. Ein Nachmittag im Wald ist somit spielen, erleben, entdecken, lernen, auspowern, auftanken und Spaß haben in einem. Nach laufen und rennen über die Wiese, nach klettern und marschieren über Wurzeln und Steine freut sich jedes Kind über eine mitgebrachte Jause:
Butterbrot, aufgeschnittenes Obst und hartgekochte Eier, vielleicht sogar ein kleiner Pudding – das Besondere ist die Location! Meine Erfahrung zeigt, dass es gerade die gemeinsame Rast, das essen von mitgebrachten (vielleicht sogar selbstgemachten Sachen) ist, die Kinder im Herzen bewahren. Ein Besuch im Gasthaus kann da nicht mithalten.
Und kein Kinofilm, kein Videospiel und keine gut gemeinte Fernsehserie kommt gegen Naturerfahrungen heran: barfuß auf der Erde statt Beton und Teppichboden, frische Luft statt Parfum und Autogestank, Tierbeobachtung statt Teddybären. Kleine Kinder haben noch einen sehr natürlichen Bezug zur Natur (hier lasse ich dieses Wortspiel mal stehen) und verlernen diesen erst im Laufe der Jahre.

Eine große Auswahl an Naturtipps findest du natürlich auch hier auf QUAX unter der Rubrik Outdoor & Natur!

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©Johanna Windisch / Pädagogin/Lebens- und Sozialberatung/Erziehungsberatung

Johanna Windisch

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Kommentare

Kommentar

Meine Kinder wünschen sich Waldspaziergänge. Aber "Mama in den richtigen Wald" also Park und co zählen nicht :-)
(so sehe ich das übrigens auch).

Nur leider klappts mit der Wanderausdauer nicht so. Meine Tochter (4) jammert schon nach ca 30min Marsch, dass sie zurück will.
An der Motivation scheiterts also noch.

Also suchen wir uns wenns wärmer wird wieder ein Picknickplätzchen an einem Waldrand und erforschen die Umgebung.
Geht auch und ist weniger stressig.

Wow - die 7,5km wären ein Hit :-) Respekt Johann und Sohn


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