Babynahrung für die Reise zum Mars

Baby-Gläschen bieten optimale Versorgung beim Projekt „Mars 500“

Die bislang aufwändigste Mars-Simulation - bei dem ein in Österreich entwickeltes Diagnose- und Trainingsgerät im Einsatz ist und österreichische Forscher mitgearbeitet haben - in der Raumfahrtgeschichte dient Wissenschaftlern auch zu umfassenden Ernährungsstudien. „HiPP bot für uns die Möglichkeit, die Teilnehmer der simulierten Mars-Mission auf ihrem langen Weg zum Roten Planeten bei der Versorgung mit Vitaminen in Form von Obst optimal zu unterstützen“, verrät Dr. Jens Titze von der Universität Erlangen-Nürnberg. Als Spezialist für Nieren- und Hochdruckkrankheiten kümmerte er sich um die Ernährung der Kosmonauten und bestellte insgesamt 2.172 HiPP-Becher und -Gläschen – von der Frucht-Pause Marille in Apfel bis hin zum Früchte-Freund Birne in Apfel mit entrahmtem Joghurt. „Neben der langen Haltbarkeit der HiPP-Produkte war die Portionierbarkeit ein großer Vorteil und erleichterte wesentlich die Ernährungs-Planung“, so Titze. Eines der Hauptprobleme sei, dass die Crew nicht mit frischen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse versorgt werden kann. Gleiches gelte für Milchprodukte wie Joghurt und Topfen. Dies stelle extreme Anforderungen an die Qualität und Haltbarkeit der eingesetzten Lebensmittel.

Das Projekt „Mars 500“ wird am Institut für Biomedizinische Probleme (IBMP) nahe Moskau noch bis November 2011 durchgeführt. Es simuliert einen Hin- und Rückflug zum Mars. Der Tages- und Arbeitsalltag ist dabei so gestaltet, dass er der Realität möglichst nahe kommt. Problematisch ist nicht nur die Langeweile durch Isolation und Routinearbeiten. Die Frage nach der richtigen Ernährung ist ebenfalls eine Herausforderung. Der Besatzung steht eine genau festgelegte Menge an Nahrungsmitteln zur Verfügung, die bestimmten diätetischen Richtlinien entsprechen müssen. Nur wenige Unternehmen schafften es, in den Ernährungsplan der Kosmonauten aufgenommen zu werden. Auf dem Flug zum Mars seien die HiPP-Produkte bisher nahezu täglich als fruchtige Zwischenmahlzeiten zum Einsatz gekommen. Eine genaue Auswertung aus ernährungsphysiologischer Sicht wird voraussichtlich Anfang 2012 vorliegen.

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