Kinder gleichbügeln?

Bildungsrahmenplan für 5-jährige hinterfragen

Wenn Bildungsrahmenpläne im Kindergarten auf Altersstufen verengt werden, ist die Botschaft fatal: Ein Plan für 5-6 jährige legt nahe, dass alle auf ein Leistungsziel vor Schuleintritt hingeführt werden sollen*, meint Luise Hollerer, Leiterin der Pädagogischen PsychologInnen im Berufsverband Österreichischer PsychologInnen.

Hard facts der Psychologie und Neurowissenschaften zeigen die große Entwicklungsbandbreite der Kinder vor dem 10. Lebensjahr auf.
Da gibt es 4-jährige, die bereits lesen oder 6-jährige, die noch nicht zählen können.In diesem Alter darf es keinen Auftrag zu gleichen Anforderungen geben. Da brauchen wir Entwicklungsoffenheit: Sonst gehen frühe Begabungen verloren und Spätentwickler kommen unter enormen Druck, so die Expertin.

Hollerer weiter: "Hier gibt es einen Auftrag an Eltern und PädagogInnen: beobachten, im Austausch bleiben und kindliche Entwicklung individuell begleiten und fördern.Hier gibt es einen Auftrag an die Politik: Nicht planmäßig gleichbügeln sondern Eltern und Personal entwicklungspsychologisch schulen!"

* Backgroundinfo:
Ein Bildungsrahmenplan für den gesamten Kindergartenbereich wurde von allen Bundesländern im Vorjahr unterzeichnet (§ 15a Vereinbarung). Nun wurde ein Bildungsrahmenplan für ein Alterssegment herausgegeben: 5-6jährige

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Kommentare

Kommentar

Wir leben in einem Zeitalter wo es nicht zielführend ist, die Kinder mit ihren Lernabsichten in Altersstufen zu pressen, weil jedes Kind eine andere Geschwindigkeit der Entwicklung hat. Was wäre, wenn das Lernen dann beginnt, wenn das Kind bereit dazu ist und die Schulen eine Kombination aus Kindergarten, Volksschule und weiterführender Schule sind wo es fließende Übergänge gibt. Es funktioniert auch in anderen Ländern, wenn es um offenes Lernen geht, jedes Kind optimal zu fördern. Kinder die in der Schule langsam erscheinen haben sehr oft das Problem, dass sie UNTERfordert sind .... welches von vielen Lehrern nich erkannt oder falsch gedeutet wird ;o)


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Bei uns im Kindergarten gibt es auch Vorschüler die schon lesen und schreiben können und manche nicht. Das ist doch nicht schlimm wenn einer es kann und der andere nicht, in der Schule lernen es doch eh alle.


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Bildung ist einfach ein total schwieriges Thema - egal was man versucht zu verbessern - es gibt immer ein für und wider.

Ich kenne den Bildungsplan für Kindergartenkinder jetzt nicht im Detail, aber so etwas ähnliches hat es ja bis jetzt (zumindest in NÖ) bei der Schuleinschreibung eh schon gegeben, da haben die DirektorInnen bei der Schuleinschreibung im Herbst für das nächste Schuljahr die Entwicklung getestet und dann demenstsprechende Maßnahmen empfohlen.
... das ist halt jetzt sowas wie die Zentralmatura für Kindergartenkinder...


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