Nein, meine Suppe ess‘ ich nicht
Essstörungen: Wenn der Körper zum Gefängnis wird
Je früher Hilfe wahrgenommen wird, desto besser. Das Therapiezentrum intakt bietet entsprechend dem vielschichtigen Krankheitsbild unterschiedliche Angebote. „Wir sehen Essstörungen immer als bestmögliche Lebensbewältigungsstrategie. Dennoch stellen diese eine ernstzunehmende Erkrankung dar, die sich unbehandelt verschlimmert. In unserer interdisziplinären Zusammenarbeit begleiten wir Betroffene auf dem Weg aus ihrer Krankheit mit dem Ziel, Handlungsfreiheit und Lebensfreude wieder erlebbar zu machen,“ erklärt Rahel Jahoda, Leiterin des psychotherapeutischen Teams von intakt Therapiezentrum für Menschen mit Essstörungen. Von ersten Schritten wie einer Onlineberatung, Forum- und email-Beratung, ein umfassendes medizinisches-psychotherapeutischen-psychologisches Behandlungsprogramm, bis hin zu Präventionsarbeit für Kinder und Jugendliche sowie eine spezielle Veranstaltungsserie für Eltern und Angehörige.
„Ich komme an meine Grenzen, fühle mich hilflos und ohnmächtig angesichts der Situation“ – „Alles, was ich anbiete und mache, scheint falsch zu sein.“ So und ähnlich erzählen Eltern, Freunde oder Freundinnen von Menschen, die an einer Essstörung erkrankt sind.
„Essstörung“ ist ein Krankheitsbild, in dem viele verschiedene Faktoren aufeinandertreffen und sich gegenseitig beeinflussen. Die Behandlung von Menschen mit Essstörungen bezieht diese unterschiedlichen Faktoren ein. Jedoch die Anliegen der Angehörigen und Eltern bleiben dabei oft auf der Strecke. Aus diesem Grund entwickelte das Team von intakt eine regelmäßig stattfindende Veranstaltungsserie, die sich speziell der Anliegen von Eltern und Angehörigen annimmt. Oft sind diese die Ersten, die erkennen, dass ihre Tochter oder ihr Sohn möglicherweise eine Essstörung entwickelt.
Einmal im Monat jeden 2. Mittwoch bietet das Team des Therapiezentrums für Angehörige ein Forum, in dem diese ihre Bedürfnisse, Sorgen und Ängste die Erkrankung betreffend äußern und für sich neue Sichtweisen oder mögliche ‘Lösungs’-Ansätze aus ‘scheinbar’ ausweglosen Situationen finden können.
Am Anfang des Abends stellen die beiden Referentinnen in einem Impulsreferat das Thema vor, anschließend gibt es Raum für individuelle Fragen und Erfahrungsaustausch. Einzelberatungen für Eltern und Angehörige werden hingegen laufend angeboten.
Hier eine Auswahl an Terminen in nächste Zeit:
10. März, 19:00 Uhr: „Der Umgang mit heiklen Themen im Alltag“ Leitung: Mag.a Margarethe Finger-Ossinger (Psychotherapeutin), Brigitte Lenhard-Backhaus (Lebens- & Sozialberaterin)
14. April, 19:00 Uhr: “Nein, meine Suppe ess‘ ich nicht”. Die Essstörung als (einziges) Mittel zur Abgrenzung. Leitung: Barbara Tesarek (Psychotherapeutin), Brigitte Lenhard-Backhaus (Lebens- & Sozialberaterin)
12. Mai, 19:00 Uhr: „Wege aus der Ohnmacht, Mut zur Veränderung“ Leitung: Eva Wanderer (Psychotherapeutin), Brigitte Lenhard-Backhaus (Lebens- & Sozialberaterin)
9. Juni, 19:00 Uhr: “ Essstörungen aus der Sicht einer Ärztin“ Leitung: Dr. Theresia Tiller (Fachärztin für Innere Medizin), Brigitte Lenhard-Backhaus (Lebens- & Sozialberaterin)
Ort: intakt Therapiezentrum für Menschen mit Essstörungen
Zeit: den 2. Mittwoch im Monat, 19:00 - ca. 21:00 Uhr,
Unkostenbeitrag: € 12,-- / Abend
Erste Hilfe - ChatHelp
Die Entscheidung, sich in eine Behandlung zu begeben ist für viele Betroffene schwierig. Um diesen Schritt zu erleichtern, bietet intakt Therapiezentrum für Menschen mit Essstörungen die Möglichkeit eines anonymen und kostenlosen ChatHelps an. Jeden Montag von 17:00 bis 19:00 betreuen Expertinnen des Teams die Onlineberatung und unterstützen bei den ersten Schritten, oder klären prinzipielle Fragen zum Thema. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit, über einen Forumseintrag, per email oder Telefon einen ersten Kontakt zu knüpfen und eventuell weitere Schritte zu überlegen. Je früher eine Essstörung behandelt wird, desto besser sind die Heilungschancen.
Prävention - Wehret den Anfängen
Laut jüngsten Studien ist es um die Gesundheit der österreichischen Kinder und Jugendlichen schlecht bestellt. Im Sinne der Prävention entwickelte das Team des Therapiezentrums intakt eine Workshop- und Vortragsserie zur „Aktiv-Prävention“ von Essstörungen bei Kindern und Jugendlichen. Die Module sind einzeln buchbar und behandeln Themen wie ‚Umgang mit Essen‘, ‚Essstörungen – Entstehung, Formen, Verlauf, …‘, ‚Identität und Rollenbilder‘, ‚Selbstbehauptung und Abgrenzung‘, um nur einige zu nennen. Die Wissensvermittlung und Kompetenzerweiterung erfolgt in Form von aktiven Übungen und Aufgaben in Klein- oder Großgruppen mit verschiedenen kreativen Formen, in Diskussionsrunden während, zwischen und nach den Workshops.
Die beiden Workshopleiterinnen Angelika Pichler, diplomierte Lebens- und Sozialberaterin, Systemcoach, und Alexandra Kremer, Motopädagogin, entwickelten dieses Gesundheitspräventivprojekt in Zusammenarbeit mit Mag. Rahel Jahoda, Leiterin des psychotherapeutischen Teams von intakt Therapiezentrum für Menschen mit Essstörungen. Die einzelnen Module sind über das Therapiezentrum intakt zu buchen.
Weitere Informationen unter www.intakt.at
[Disclaimer]







Kommentare
War als Jugendliche selbst viele Jahre von der Krankheit besessen. Es war ein sehr, sehr harter und steiniger Weg da wieder raus zu kommen. Habs auch nur mit Monatelanger stationärer Therapie geschafft. Und ja ich fühlte mich auch noch bei einer Größe von 168 cm und 36 kg als voll fett! Essen ist für mich nach wievor ein sehr heikles Thema - bin zwar jetzt Normalgewichtig aber die Tendenz zum Nichtessen in Stresszeiten ist noch sehr groß und da muß ich echt aufpassen nicht wieder abzurutschen. Wünsch allen die gerade in einer Essstörung stecken das sie den Weg aus der Sucht heraus schaffen! Es ist sehr hart - kann aber funktionieren! Und allen Angehörigen wünsch ich viel Kraft und nehmt auch prof. Hilfe in Anspruch - da benötigt echt die ganze Familie eine Therapie! Auch um etwaige Verhaltensweisen von Familienmitgliedern zu ändern. Ein sehr heikles Thema.....
Ich finde es so furchtbar, wenn man sich diese Mädchen ansieht, und diese sind so furchtbar dünn, und sie glauben immer noch sie sind zu dick. Was geht bloß in diesen Köpfen vor? Ist dünn sein wirklich so schön?
Ich bin auch draufgekommen, dass man den Kindern ruhig vertrauen kann und sich nicht überall einmischen sollte. Und schon gar nicht sollte man ständig den Ernährungscoaches oder Ärzten blind glauben und sein eigenes Gefühl unterdrücken.
Erwachsene neigen leider sehr oft dazu.
oder was als 'normal' definiert wird. kinder haben von natur aus das absolut richtige gefühl für ihre nährstoffzufuhr (menge und art). und wir bringen das aus dem gleichgewicht durch unser teilweise übervorsichtiges verhalten und nur halbwahres wissen über gesunde ernährung. in deutschland wird alarm geschlagen, weil durch diese 'pseudo-gesunde-ernährungs-coacherei' auch bei absolut gesunden normalen kinder störungen hervorgerufen werden können.
lg
Essstörungen treten sicher häufiger auf als man es vermutet. Gerade Mädchen in ihrem Schlankheitswahn sind besonders gefährdet.
Gott sei Dank besinnt sich die Modebranche schön langsam auf "normale" Körperproportionen.
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