Was der Hl. Martin mit Laternen und Gänsen zu tun hatte
... und warum wir am 11. November den Hl. Martin feiern
Er selber hatte nicht viel zu tun mit Gänsen und Laternen. Wie bei so vielen anderen Legenden um Heilige und andere ‚große’ Menschen der Vergangenheit sind es Mythen und Legenden, die zu unseren heutigen Brauchtümern führten. Aber wie bei anderen Mythen auch, ist auch beim Hl. Martin ein Körnchen Wahrheit dabei. Aber dazu später.
Kurz ein paar Facts aus dem Leben des Hl. Martin - damit ihr nicht komplett ahnungslos eurem Nachwuchs zum Laternenfest folgen müsst…
Geboren um 315 n. Chr. und aufgewachsen als Sohn eines römischen Offiziers im heutigen Ungarn verpflichtete er sich mit 15 Jahren für den Heeresdienst des römischen Heeres. Aufgrund seiner Hilfsbereitschaft und Bescheidenheit erreichte er bei seinen Kameraden Martin bald große Beliebtheit.
Das Ereignis, welches uns beim Stichwort ‚Hl. Martin’ wohl am ehesten einfällt, nämlich als er seinen Mantel teilte um eine Hälfte einem nackten Bettler zu geben, fällt ebenfalls in seine Zeit beim römischen Heer.
In der folgenden Nacht soll ihm Christus im Traum erschienen sein, wodurch er sich bestätigt fühlte den Dienst im Heer aufzugeben. Nach seiner Entlassung begab sich Martin nach Poitiers (Frankreich) um sich in die Lehre des dortigen Bischofs zu begeben und Priester zu werden. Als Christ hatte man es in diesen Zeiten nicht leicht, dennoch blieb Martin seinem Glauben treu und wirkte im Dienste der katholischen Kirche sowohl im Kloster besonders aber auch im Volk. Die nächste Station in seinem Lebenslauf kommt uns eventuell wieder bekannt vor: Er wurde vom Volk zum Bischof von Tours erkoren. Zunächst war ihm diese Popularität unangenehm und er versteckte sich – laut Legende – in einem Gänsestall als seine Bischofsweihe durchgeführt werden sollte. Die Gänse aber verrieten ihn durch ihr lautes Geschnatter.
Von seiner Zeit als Bischof gibt es ebenfalls viele Geschichten, die von seinen religiösen Heldentaten erzählen. Aber nicht hier und jetzt.
Für uns wieder von Bedeutung ist Martins Tod. In dem Sinn nämlich, dass wir den Kreis schließen können und zu den Laternen zurückkommen.
Am 8. November 397 soll im Alter von 81 Jahren gestorben sein. Unter großer Anteilnahme der Bevölkerung wurde er beigesetzt. Hier 2 Varianten warum wir mit den Kindern am 11. November die Laternen schwenken:
Die eine ist, Leute haben am Grab des heiligen Martin sehr oft Lichterprozessionen gemacht.
Eine andere Wurzel des Laternenbrauchs könnte im Jahresablauf der Bauern liegen: Um den 11. November herum, wurde das Licht und das Feuer für die Menschen wieder wichtiger. Es wurde wieder sehr früh dunkel und man hat zum ersten Mal den Ofen eingeheizt. Außerdem haben die Bauern Anfang November die Arbeit auf den Feldern beendet. Zum Dank für die Ernte hat man auf den abgeernteten Feldern Feuer entzündet. Die Kinder haben an dem Feuer Fackeln aus Stroh und Papier entzündet, oder sogenannte "Trullichter", das waren ausgehöhlte Rüben und Kürbisse. Mit diesen Lichtern sind sie dann durch die Orte gezogen, um Obst und Gebäck zu erbetteln.
Euch jedenfalls viel Spaß beim Laternenfest!
[Disclaimer]









Kommentare
warum wir mit laternen gehen hab ich mich schon immer gefragt, wobei ich die anderen geschichten sehr wohl kenne (klosterschulkinder müssen das wohl wissen hihi)
ui - heuer bin ich wiedermal spät dran um eine laterne für meine kleinste, die das noch nicht im kindergarten macht, zu basteln.
aber das geht ja schnell :-)
Danke für den schönen Text. Unsere Laternen stehn schon bereit :-)
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