Kekse backen - reine Nervensache
Auszug aus QUAX.at-Print vom 13. November 2010
Wir wissen, wie es sich gehört: Essen soll einfach mit Messer, Gabel und Löffel, möglichst ohne zu Patzen, vom Teller in den Mund gelangen, so wollen es die Erwachsenen. Doch damit noch nicht genug. Die Hände sollen auf dem Tisch liegen, der Rücken soll gerade sein und der Mund beim Kauen geschlossen. Die Nahrungsaufnahme ist mit vielen Regeln verbunden und das Bedürfnis von Kindern Essen zwanglos zu begreifen und jenes von Eltern Essen nicht zu verschwenden, diese beiden scheinen einfach nicht zu harmonieren. Beim weihnachtlichen Kekse-Backen können sie aber unter einen Hut gebracht werden. Wenn die weiche Butter mit Dotter und Zucker mit bloßen Händen vermischt wird fühlt sich das glitschig an, durch das Hinzufügen von Mehl wird die Zusammensetzung patzig und trockener. So können Kinder die verschiedenen Zutaten und die Veränderung der Konsistenz des Teiges spüren. Es gibt Kinder, die wollen den Teig am liebsten mit Handschuhen kneten, weil sie das fettig schwere Gefühl der Butter auf den Fingern nicht mögen, andere Kinder können vom Matschen nicht genug bekommen. So geht jedes Kind anders an die Sache ran, aber eines bleibt immer gleich. Für die Kinder ist das Backen von Keksen ein lustiges Spiel, für Eltern oft eine reine Nervensache.
Noch dazu sieht die Küche danach nicht mehr so aus wie vorher. Mehlspuren am Boden, Teigreste auf der Deckenlampe und Eiklar im Polsterbezug sind die stummen Zeugen des Spaßes, den Kinder beim Backen hatten. Die Aufräumarbeiten dürfen die Eltern dann meist alleine erledigen und der Nachwuchs wartet entspannt vor dem Fernseher auf das wohlschmeckende Ergebnis der gemeinsamen Anstrengung.
Weihnachten wird von vielen Eltern als stressige Zeit empfunden und das Backen als eine Herausforderung für den Gemütszustand. Vielleicht sind deswegen in der Weihnachtsbäckerei besonders viele Gewürze und Zutaten wie Zimt, Galgant oder Haferflocken denen eine Stimmungsaufhellende und positive Wirkung auf den Magen nachgesagt werden.
Vier Keksrezepte für starke Nerven
Hildegard von Bingen-Sterne
1/4 kg Dinkelvollkornmehl
100 g Mandeln
100 g Honig
100 g Butter
2 Tl Galgant
Zitronenschale
Alles vermengen aus walken und Formen ausstechen bei 180°C ca 10min backen.
Galgant
Hildegard von Bingen bezeichnete Galgant als das Gewürz des Lebens, es soll die Abwehrkräfte stärken und bei Verdauungsbeschwerden helfen. Galgant ist kein exotisches Gewürz, es wächst auch in unseren Breiten und ist seit dem 8. Jahrhundert bekannt.
Nuss-Scheiben
300 g Butter
100 g Kürbiskerne, gemahlen
200 g Mandeln, gemahlen
300 g Vollkornmehl
150 g Staubzucker
1 Pck. Vanillezucker
Butter und Zucker verrühren, dann Mandeln und Kürbiskerne untermengen zum Schluss das Mehl einarbeiten, Rollen (3cm Durchmesser) formen und fingerdicke Scheiben abschneiden. Mit einer Gabel können Muster in die Scheiben gedrückt werden. 175°C ca. 10min backen
Nüsse
Nüsse sind aufgrund ihres hohen Vitamin –B Gehalts gut für die Nerven und sie ermöglichen dem Körper Lecithin aufzubauen, das wiederum die Gedächtnisleistung unterstützt.
Gewürzkekse
1 kg Dinkelfeinmehl
250 g Butter
3 Eier
200 g Rohrzucker oder Honig
1 Prise Salz
130 g gemahlene Mandeln
Muskatnusspulver, Zimt und Nelkenpulver nach Belieben
einige TL Wasser
Alles zu einem Teig verarbeiten, Wasser nach Bedarf hinzufügen, auswalken, Kekse ausstechen und bei 180°C ca. 10min backen.
Muskat
In hohen Mengen ist Muskatnuss giftig und kann für Kleinkinder lebensgefährlich sein. Sparsam eingesetzt ist es ein beliebtes Gewürz und wird in der Traditionell chinesischen Medizin bei Kältegefühl und Verdauungsbeschwerden eingesetzt.
Haferflockenkekse
200 g Butter (weich)
200 g Zucker
1 Pck. Vanillezucker
1 Ei
150 g Haferflocken
50 g Mandeln
150 g Mehl
½ Pck. Backpulver
Haferflocken trocken in der Pfanne anrosten, auskühlen lassen, danach alle Zutaten vermengen und kleine Häufchen auf mit Backpapier ausgelegtes Backblech setzen, ein bisschen Platz lassen denn sie laufen auseinander. 10min bei 200°C backen
Hafer
In der traditionell chinesischen Medizin soll Getreide vor der weiteren Zubereitung trocken in der Pfanne geröstet werden, damit es leichter verdaut werden kann. Laut Hildegard von Bingen hellt Hafer die Stimmung auf und fördert die Konzentration.
(Astrid Miller/QUAX.at-Printausgabe, 13.11.2010)
[Disclaimer]









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bin sprachlos - hat gut funktioniert
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