Giftiges Bleigießen zu Silvester

Sondermüll und nicht ungefährlich

Bleigießen gehört zum Jahreswechsel genauso wie Raketen schießen. Beides erfreut sich großer Beliebtheit und beides sind nicht ungefährliche Silvesterbräuche. Feuerwerke faszinieren Jung und Alt. Viele gehen recht sorglos mit Raketen, Böllern und Knallkörpern um - manchmal mit verheerenden Folgen: Pro Jahr müssen bis zu 400 Menschen im Krankenhaus behandelt werden, weil sie sich beim Hantieren mit pyrotechnischen Produkten verletzt haben. Ein gutes Drittel davon sind Kinder unter 14 Jahren.

Aber auch der Brauch des Bleigießens ist nicht ungefährlich. Rund fünf Tonnen Blei werden in Österreich zum Jahreswechsel durchschnittlich verarbeitet. Der Verein für Konsumentenschutz hat Proben verschiedener Hersteller mit dem Ergebnis untersucht, dass die Produkte im Wesentlichen aus Blei (80 bis 88 %) sowie dem Halbmetall Antimon (2 bis 13 %) bestehen.

Beide Stoffe sind äußerst gefährliche Gifte, die nur als Sondermüll entsorgt werden dürfen und keinesfalls in den Hausmüll gehören. Auch Reste und Splitter im Kühlwasser sollten nicht in den Ausguss geschüttet werden, da die Substanzen sonst in den Wasserkreislauf gelangen können. Der Trinkwassergrenzwert liegt für Blei bei 0,025 Milligramm pro Liter und für Antimon bei 0,005 Milligramm pro Liter. Bereits eine 20-Gramm-Packung Silvesterblei kann so viele toxische Stoffe enthalten, dass mehr als 600.000 Liter Trinkwasser unbrauchbar werden.

Beim Bleigießen sollten Heimtierhalter darauf achten, dass ihr Tier auf keinen Fall mit dem dafür verwendeten Wasser in Berührung kommt, da es schwere Vergiftungen hervorrufen kann.

© Franz Schneider / pixelio.de

Auch für den Bleigießer selbst besteht ein erhebliches Gefahrenpotenzial. Blei reizt Haut, Augen und Atemwege. Beim Erhitzen können die giftigen Substanzen eingeatmet bzw. über die Hände aufgenommen werden. Blei schädigt dabei Organe und das Nervensystem. Antimon verhält sich toxikologisch ähnlich wie Arsen und kann bereits in geringen Mengen tödlich wirken. Kleinere Kinder sollten deshalb auf jeden Fall vom Bleigießen ferngehalten werden.

Wer umweltfreundlich das Orakel befragen möchte, kann dies auch mit unbedenklichen Wachsfiguren: Ganz einfach Wachsstücke auf einem geeigneten Löffel schmelzen und das flüssige Wachs in kaltes Wasser gießen.

auf Facebook auf Facebook teilen

Mehr zum Thema:

Kommentare

Kommentar abgeben

Bild-CAPTCHA
Gib bitte die Zeichen (Imagecode) die du im oberen Bild siehst ein (auf Groß,- und Kleinschreibung achten)!
Wenn du den Imagecode nicht mehr eingeben willst: Log dich ein!