Auf der Suche nach dem Osterei
Höchste Zeit nochmals die Hintergründe zu beleuchten.
Im Frühling freuen wir uns jedes Jahr aufs Neue auf das Osterfest, das für die Christen das wichtigste, aber auch das älteste Fest im Kirchenjahr darstellt. Es wird in der ganzen Welt gefeiert und bringt mit dem Frühling Licht und Freude in unser Leben. Während der Karwoche spielen in Österreich zahlreiche traditionelle Bräuche eine wichtige Rolle.
Palmsonntag
Bereits am Palmsonntag wird in vielen Gemeinden die Palmbuschweihe vorgenommen. Damals jubelten die Menschen Jesus mit Palmzweigen zu, als er kurz vor seinem Tod zum Passahfest in Jerusalem eintraf. Heute ersetzen bei uns Weidenruten die Palmzweige. Sie werden in der Kirche geweiht und als Glücksbringer mit nach Haus genommen. Es heißt, wenn man drei Mal mit den geweihten Ruten ums Haus geht, dann ist das Heim im kommenden Jahr vor Unglück geschützt. Bauern hoffen auf eine gute Ernte, wenn sie die Weidenruten in die Erde ihrer Felder stecken. Sollte deine Familie kein großes Feld besitzen, dann könnt ihr die geweihten Zweige auch in euren Garten stecken und auf eine reiche Gemüseernte hoffen. Angeblich soll das Hinunterschlucken eines geweihten Palmkätzchens dafür sorgen, dass man das ganze Jahr über gesund bleibt. Lecker ist das wohl eher nicht! Übrigens: Achte darauf, dass du am Morgen des Palmsonntags nicht als Letzter im Bett bleibst, sonst bist du der Palmesel und deine Familie darf den ganzen Tag ihre Späßchen mit dir treiben!
Gründonnerstag
Am Gründonnerstag, jenem Tag, an dem Jesus sein letztes gemeinsames Abendmahl mit den Jüngern eingenommen hat, kommt in vielen österreichischen Familien etwas „Grünes“ auf den Tisch. Spinat oder Kräutersuppe zum Beispiel. Am Gründonnerstag läuten zum letzten Mal die Kirchenglocken und auch die Orgel verstummt bis zur Ostermesse. Vielleicht hast du schon einmal von der alten Überlieferung gehört, die erzählt, dass die Glocken während dieser Zeit nach Rom fliegen, um sich den Segen des Papstes zu holen. Mit der frohen Osterbotschaft kehren sie schließlich wieder zurück und erklingen pünktlich zum feierlichen Ostergottesdienst. In manchen Gegenden verlieren sie während ihrer Heimreise viele bunte Ostereier, die die Kinder dann am Ostersonntag im Grünen finden.
Karfreitag
Der Karfreitag ist ein eher stiller, ja gar trauriger Tag. Jesus wurde an diesem Tag zum Tode verurteilt und ist am Kreuz gestorben. Da die Kirchenglocken immer noch schweigen, kommen nun die Karfreitagsratschen zum Einsatz. Mit lärmenden Holzratschen ziehen Jungen und Mädchen jeweils zur vollen Stunde durch die Ortschaften und erinnern an den Gottesdienst und das Gebet. Dieser Brauch ist auch in vielen anderen europäischen Ländern, wie z. B. in Deutschland und in der Schweiz, weit verbreitet.
Karsamstag
Am Karsamstag wächst die Vorfreude auf das kommende Osterfest. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren und der Osterhase hat sicherlich schon seinen Korb mit den bunten Ostereiern gefüllt, die er am Morgen des Ostersonntags in den Gärten versteckt. Am Karsamstag finden die Fleischweihe und die Feuerweihe statt. Bei der Fleischweihe werden leckere Speisen, in der Regel Schinken, Eier, Kren, Kräuter und ein spezieller Hefekuchen, den du vielleicht unter dem Namen „Reindling“ kennst, in einem Korb zur Kirche getragen. Die Nahrungsmittel werden gesegnet und am nächsten Tag bei der traditionellen Osterjause verspeist. Dieser Osterbrauch ist uralt und wurde bereits im 7. Jahrhundert vollzogen. In Polen ist dieser beliebte Brauch unter dem Namen „Swieconka“ bekannt. Bei der Feuerweihe wird ein vor der Kirche entzündetes Osterfeuer geweiht. Mit dem geweihten Feuer wird auch die Osterkerze angesteckt. Sie brennt bis Pfingsten ununterbrochen und ist ein Zeichen für Jesus, der Licht und Zuversicht in die Dunkelheit gebracht hat.
Osternacht
In der Nacht zum Ostersonntag wird vielerorts ein großes Osterfeuer entfacht. Dieser Brauch stammt allerdings nicht aus dem Christentum. Er wurde von den Heiden übernommen, die nicht an den christlichen Gott glaubten, sondern mehrere Götter oder Naturgottheiten anbeteten. Sie feierten jedes Jahr im Frühling das Sonnwendfest. Sie glaubten, dass sie mit dem Entzünden großer Feuer die Sonne auf die Erde herablocken könnten, damit diese endlich den Winter vertreibt. Die ersten christlichen Osterfeuer brannten ungefähr im Jahr 750 in Frankreich. Seitdem brennen in etlichen christlichen Gemeinden die hoch aufgeschichteten Osterfeuer. In den Alpen werden häufig brennende Osterräder ins Tal gerollt. Die riesigen, mit Stroh oder Reisig umwickelten und gefüllten Holzräder sehen bei ihrer Talfahrt wie eine glühende Sonnenscheibe aus. Kommt das Osterrad gut am Fuße des Berges an, dann bringt der Sommer eine reiche Ernte. Das besagen jedenfalls die alten Überlieferungen.
Ostersonntag
Am Morgen des Ostersonntags ist es dann endlich soweit! Der Osterhase hat überall seine Süßigkeiten und die bunten Ostereier versteckt. Nun kannst du mit der beliebten Ostereiersuche beginnen. Fast im ganzen europäischen Raum ist es der Osterhase, der die Ostereier versteckt. Der Hase ist seit sehr vielen Jahren das tierische Symbol für Christus und ein Zeichen des Frühlings und der Fruchtbarkeit. Ist der Winter erst einmal vorbei, dann kannst du viele Hasenkinder auf den Feldern und den Wiesen herumtollen sehen. Auch in Österreich hat sich der Osterhase durchgesetzt – nur in Tirol ist es die Osterhenne, die die Ostereier bringt.
Ostermontag
Der Ostermontag basiert zwar nicht direkt auf einem speziellen historischen Ereignis, allerdings soll dieser Feiertag noch einmal die Bedeutung des Osterfestkreises für den Menschen im Arbeitsalltag aufzeigen.
[Disclaimer]










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