Süße und schmutzige "Bunnies"
Genuss-Test: 14 verschiedene Schokohasen verkostet.
Was man unter einem "süßen Haserl" versteht, ist wohl sehr verschieden. Zu Ostern aber ist alles klar: Es dreht sich um Schokohasen!
Auf der Suche nach dem wohlschmeckendsten und bestaussehendsten Exemplar kauften die Tester des Vereins für Konsumenteninformation (VKI) 14 Schokohasen und ließen diese sowohl von Erwachsenen, als auch von Kindern verkosten und ihr Aussehen bewerten.
Gleich vorweg: Das Ergebnis des Tests freut zumindest die Geldbörse.
Testsieger wurde der Hofer-Osterhase von Choceur aus Vollmilch. So richtig schlecht schnitt aber sowieso keiner der Osterhasen ab. Die Mehrheit aller Schokohasen kam geschmacklich bei Kindern und Erwachsenen sehr gut an.
Die Kids waren nicht so überzeugt von Choceur Edel Vollmilch, Friedel, Hauswirth und Lindt. Nicht hunderprozentig konnten die Hasen von Gubor, Favorina, Frey und ebenfalls Lindt bei den Erwachsenen punkten.
Die Kaufentscheidung fällt aber sowieso aufgrund des Aussehens der "Bunnies". Also wurden die Tester auch in Sachen Schönheit um ihr Urteil gebeten. Da ging den großen Leckermäulern vor allem bei Choceur Edel Vollmilch, Heindl und Lindt das Herz auf. Bei den kleinen Genießern kam dagegen Frey am besten an. Verbesserungsbedarf beim Design sahen Kinder wie Erwachsene einhellig bei den Schokohasen von Riegelein und Moser Roth.
Bevor es den süßen Haserln an den Kragen geht, geht es ihnen einmal an die Wäsche. Deswegen wurde auch abgefragt, wie die Schokohasen nackt, also ohne Staniolpapier, ankommt. Bei den Erwachsenen kam der Milka-Hase ohne die violette Alufolie besser an als mit. Bei den Kindern war hingegen der Frey-Hase ein echter Renner. Er wird überhaupt nur unbekleidet, dafür aber in einer schicken Cellophan-Hülle verkauft, was bei den Kindern sehr gut ankam.
Die Hasen von Heindl und Moser Roth sagten sowohl Kinder wie auch Erwachsenen am wenigsten zu. Am Heindl-Hasen störte am meisten, dass seine Augen geschlossen sind, was ihm ein unheimliches Aussehen verleiht.
Bitterer Nachgeschmack
Der Preis sollte nicht das einzige Kriterium für den Kauf von Schokolade sein. Über 40 Prozent der Kakaoproduktion auf der ganzen Welt stammt von der Elfenbeinküste. Soziale Organisationen werfen der Schokoladenindustrie schon lange vor, von Kinderarbeit und Sklavenhandel in Westafrika zu profitieren.
Der Dokumentarfilm "Schmutzige Schokolade" vom investegativen, dänischen Filmemacher Miki Mistrati zeigt, wie skupellos das Geschäft der Menschenhändler funktioniert - und wie die Schokoladeproduzenten damit verdienen.
Dass bei einem Preis von von weit weniger als einem Euro, Kakao-Bäuerinnen und -Bauern, Plantagen-Arbeiterinnen und -Arbeiter kaum fair bezahlt werden können, sollten wir uns als mündige KonsumentInnen vor Augen halten. "Schmutzige Schokolade" deckt Unfassbares auf: Kinder werden entführt, um als SklavInnen auf den Kakao-Plantagen ausgebeutet zu werden.
Garantiert fair gehandelte Schokolade, wenn auch nicht in Hasenform dafür aber bio, gibt es übrigens von Zotter.
Web-Tipps:
- Hier findest du den vollständigen VKI-Test.
- Die Dokumentation Schmutzige Schokolade kannst du dir online an der ARD-Mediathek ansehen.
[Disclaimer]









Kommentare
Danke für diesen Beitrag, werde nur noch fair-trade-Schokolade kaufen!
Der Film ist schockierend!
Kommentar abgeben