Drei Badeschlapfen fallen bei Schadstoff-Test durch
Gesundheitsgefährdende Stoffe in Badeutensilien für Kinder.
Über 30° Celsius im Schatten. Da heißt es nur noch Schwimmflügerl, Taucherbrille und Quietscheente einpacken, rein in die Flip Flops und ab ins Bad.
Darüber, ob die Badeutensilien mit Schadstoffen belastet sind, macht man sich angesichts der Hitze sicher keine Gedanken. Die Arbeiterkammer Burgenland hat das Umweltbundesamt mit der Analyse von 17 Kinderartikeln auf PAK (Polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) sowie Phthalate (Kunststoffweichmacher) beauftragt. 14 davon waren diesbezüglich unauffällig und somit gesundheitlich unbedenklich.
Drei Produkte, Badeschuhe bzw. Flip Flops, enthielten jedoch krebserzeugende PAK oder DEHP. Sie wurden hinsichtlich der Produktsicherheit mit „nicht genügend“ bewertet. In bei Kik gekauften Flip Flops wurden zwei Arten von krebsauslösenden PAK festgestellt. Badeschuhe der Marke „Free&Fun“, gekauft bei Deichmann und bei Vögele erworbene Badeschuhe der Marke „Crocs“ urden aufgrund der hohen Konzentration des Kunststoffweichmachers DEHP mit „nicht genügend“ beurteilt.
PAK und DEHP: Einsatz wäre vermeidbar
„Die Konsumentinnen und Konsumenten werden durch Stoffe belastet, deren Einsatz in Verbraucherprodukten nicht notwendig und nach dem Stand der Technik auch vermeidbar ist. Das ist ein unhaltbarer Zustand“, kritisiert Dr. Eva Schreiber von der KonsumentInnenberatung der burgenländischen Arbeiterkammer.
Gerade bei Badeschuhen müsse man berücksichtigen, dass sie von allen Bevölkerungsgruppen – insbesondere Kleinkindern, Schwangeren und Stillenden – vornehmlich in der warmen Jahreszeit getragen werden. Langdauernder Hautkontakt, vermehrte Schweißbildung und höhere Temperaturen begünstigen die Aufnahme der gesundheitsschädlichen Stoffe.
Zur Problematik der PAK und DEHP meint Dr. Sabine Cladrowa, Leiterin der Abteilung Chemikalien im Umweltbundesamt: „PAK und DEHP sind ein Risiko für Mensch und Umwelt. Sie gelangen hauptsächlich durch Hautkontakt in den Körper. PAK können das Krebsrisiko erhöhen und DEHP den Hormonhaushalt beeinträchtigen. Zudem belasten PAK- und DEHP-haltige Produkte nach ihrem Gebrauch als Abfälle die Umwelt.“
Reaktionen der Unternehmen
Deichmann hat sich entschieden, den Verkauf der Produkte umgehend zu stoppen. KundInnen, die das Produkt gekauft haben, haben die Möglichkeit, dieses kostenlos umzutauschen. Auch Vögele hat das Produkt aus dem Verkauf genommen, obwohl eigene Tests keine problematische Schadstoffbelastung ergeben hätten.
Bei KiK hält man die Beurteilung in der aktuellen Studie für verfehlt. Die für die Beurteilung herangezogenen Richtwerte werden als „konsumentenpolitische Wunschvorstellung“ bezeichnet. Die beanstandeten Flip Flops werden nach wie vor verkauft.
Hinweise für KonsumentInnen:
- Es gibt keine eindeutigen Erkennungszeichen dafür, dass Badeutensilien oder Badeschuhe aus Kunststoff PAK oder Phthalate enthalten. Auch der Preis gibt keine Hinweise auf eine mögliche Schadstoffbelastung. Der AK-Test zeigt, dass das bei weitem teuerste Produkt, belastet war, einige sehr billige Produkte hingegen nicht.
- Wenn du gerne Flip Flops trägst, entscheiden Sie sich für Modelle, deren Bänder aus Stoff und nicht aus Kunststoff bestehen. Das Tragen von Füßlingen oder Söckchen verhindert den unmittelbaren Hautkontakt mit möglicherweise problematischen Stoffen.
- Für Produkte, die mehr als 0,1 Prozent „sehr gefährliche Stoffe“ („Zulassungs-Kandidatenstoffe“) enthalten, besteht eine Informationspflicht des Vertreibers. Auf Anfrage hat dieser KonsumentInnen über diese Inhaltsstoffe zu informieren!
- Die Verwendung von Stoffen, die in der Liste der zulassungspflichtigen Stoffe enthalten sind, ist ohne erteilte Zulassung verboten. DEHP ist bereits in dieser Liste enthalten. DEHP ist für die Herstellung von Produkten ab Februar 2015 ohne Zulassung nicht mehr erlaubt.
Du kannst die Liste der
getesteten Produkte hier als pdf downloaden.
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