„Schmutzige Wäsche“ in der Textilproduktion
Greenpeace hat zweiten Bericht „Schmutzige Wäsche“ veröffentlicht.
Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat weltweit Bekleidung internationaler Markenhersteller gekauft und im Labor getestet. Zwei Drittel der Produkte enthalten gefährliche Chemikalien, darunter auch Produkte aus österreichischen Geschäften.
In 18 Ländern wurden insgesamt 78 Textilprodukte von 15 internationalen Herstellern gekauft. Diese wurden im Labor auf Nonylphenolethoxylate (NPE) untersucht. In 52 Kleidungsstücken war die problematische Substanz in höheren Mengen enthalten. Zwei von vier Textilprodukten, die in Österreich gekauft wurden, enthalten NPE: Das T-Shirt von Nike enthielt 12 mg/kg NPEs, das T-Shirt von Kappa gar 970 mg/kg NPEs.

Greenpeace fordert die Hersteller auf, Verantwortung zu übernehmen.
„Unsere Untersuchung zeigt, dass es sich um ein globales Problem handelt. Es wird endlich Zeit, dass Textilhersteller Verantwortung für ihre Produkte übernehmen. Die Markenproduzenten, allen voran der weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller Adidas, müssen sich am positiven Beispiel von Puma und Nike orientieren und Pläne zur Entfernung schädlicher Substanzen aus ihren Produkten und aus ihrer Lieferkette vorlegen“, fordert Greenpeace-KonsumentInnensprecherin Claudia Sprinz.
Nike, der weltweit größte Sportartikelhersteller, reagiert auf die Forderungen von Greenpeace und wird seine Produkte „entgiften“. Man hat sich öffentlich dazu verpflichtet, bis zum Jahr 2020 aus der Verwendung gefährlicher Chemikalien entlang des gesamten Produktlebenszyklus sowie der kompletten Lieferkette aller Produkte auszusteigen. Nike folgt mit diesem Schritt Puma. Puma hat sich bereits kurz nach dem ersten Report über „Schmutzige Wäsche“ in der Textilproduktion Ende Juli, für eine „giftfreie“ Zukunft entschieden.
Gefährliche Substanz
NPE werden in der Textilindustrie vielfältig genutzt, etwa zum Waschen der Textilien während des Färbens. Die Substaz ist wasserlöslich und zerfällt in Nonylphenol (NP), eine giftige, schwer abbaubare und hormonell wirksame Chemikalie. Sie schadet Fischen und anderen Wassertieren bereits in niedrigen Mengen und kann die Entwicklung der Geschlechtsorgane stören.
Für die Verbraucher und Verbraucherinnen haben die untersuchten Artikel aber keine unmittelbar gesundheitsschädigende Auswirkung.
Schädliche erste Wäsche
Obwohl die Verwendung von NPE in der EU stark eingeschränkt ist, werden die Käufer und Käuferinnen von Textilprodukten, die NPE enthalten, unwissentlich zu UmweltverschmutzerInnen. Denn beim Waschen gelangen die stark wasserlösliche Chemikalien aus den Textilien ins Abwasser. Die hormonell wirksame Substanz wird im Allgemeinen in Kläranlagen nicht vollständig abgebaut, kann sich in der Nahrungskette anreichern und so auch den menschlichen Organismus erreichen. Aufgrund der hohen Mengen dieser Substanzen, die weltweit eingesetzt werden, kommt es zu einer stetigen Erhöhung von Giftstoffen in der Umwelt.
„Nicht nur, dass man den Käufern und Käuferinnen von Textilprodukten die bei der Herstellung eingesetzten Chemialien verschweigt sondern die KonsumentInnen auch noch unwissentlich dazu vergattert, die dreckige Wäsche dieser globalen Marken zu reinigen. Damit muss endlich Schluss sein. KonsumentInnen haben das Recht zu wissen, welche Substanzen zur Herstellung ihrer Mode verwendet wurden und welche in den Endprodukten enthalten sind", appelliert Sprinz.

Der erste Teil des Greenpeace-Reports „Schmutzige Wäsche“ gibt einen Einblick, wie die Textilindustrie chinesische Flüsse mit gefährlichen Chemikalien verschmutzt. Die belasteten Gewässer bedrohen wertvolle Ökosysteme und die Gesundheit der Bewohnerinnen und Bewohner. Analysen von Abwasser-Proben bei zwei bedeutenden Textilfabriken im Jangtse- und Pearlfluss-Delta belegten eine große Anzahl hormonell wirksamer oder giftiger Chemikalien. Beide Fabriken beliefern die Schwergewichte der Sportartikelbranche wie Adidas, Nike oder Puma.
Downloads:
- Zusammenfassung des ersten Greenpeace Reports
Schmutzige Wäsche über die Belastung chinesischer Flüsse.
- Zweiter Teil
Zum Trocknen aufgehängt über die giftige Spuren vom Abflussrohr bis zum T-Shirt.
[Disclaimer]










Kommentare
Da wird einem ja richtig übel!
Wie können so große Unternehmen so verantwortungslos agieren.
Wohl die Konsequenz der Globalisierung und damit der Undurchschaubarkeit, wie ein Produkt entstanden ist.
Ähnlich ist ja die Entsorgung von Elektronikschrott in Containergrößen in den Entwicklungsländern.
Und wahrscheinlich haben wir alle ohnehin genug Gewand und sonstigen Schrott im Haushalt - trotzdem wird weiter gekauft....
Hoffentlich entstehen bald neue Jobs durch kluges Wiederverwerten!
ja die textilindustrie ist wirklich arg. wenn sie nicht grad hochgiftige substanzen zum fäben der stoffe verwenden dann produzieren sie baumwolle deren zucht und verarbeitung auch wiederum massig CO2 auswirft oder bauern ausbeutet. Die chemie wird in gewässer gedumped und die giftgase gehen in die luft... und das alles nur für kleidung die nach einem jahr schon wieder aus der mode ist. noch ärger sind aber riesenkonzerne die sogar tod und krankheit ihrer billiglohnempfänger in kauf nehmen und nicht fair produdzieren. unlängst gehört: armani und diesel (sehr uncool für eine so cool nach außen wirkende marke!) sind da besonders schwarze schafe. mitarbeiter in indien und asien sterben aufgrund tödlicher jeans-waschungen. wers genau wissen will besucht die seite cleanclothes - ein hoffnungsschimmer! für eltern: clean clothes-klamotten gibt es zum glück bei kinderkleidung und schwangerschaftsmode!
ich hab das gestern in der zib gesehen. es macht mich echt wütend, dass sich scheinbar echt alle einen sch* um die umwelt scheren!
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