Test: Hühner Nuggets – viel Formfleisch und weit gereist
Die Hälfte der getesteten Produkte besteht u.a. aus Muskelfasern, Skelettmuskulatur, Bindegewebe & Co.
Vor allem Kinder lieben Chicken Nuggets. Der Verein für Konsumenteninformation (VKI) hat acht Produkte für zu Hause untersucht und festgestellt: Der Rohstoff dafür ist meist weit gereist.
Vier von acht getesteten Hühnernugget-Produkten für die Zubereitung daheim wurden aus Formfleisch hergestellt. Das zeigt der aktuelle VKI-Test, der in der Septemberausgabe des Testmagazins Konsument erschienen ist. So werden bei Testsieger Gourmet Gold (Penny), als auch Hofer, S Budget (Spar) und dem Bioprodukt Salomon u.a. auch Zutaten wie Muskelfasern, gewachsene Skelettmuskulatur, Bindegewebe, Gewürzteile und teils auch Geflügelhaut verwendet.
Das klingt zwar wenig appetitlich, ist lebensmittelrechtlich aber in Ordnung und rund um den Globus beliebt: Diese Zutaten stecken samt Semmelbröseln auch in den Hühnernuggets von McDonald’s.
Weit gereistes Hendlfleisch
Für Verwunderung sorgte die Herkunft der verarbeiteten Hühner. Über 13 Kilo Huhn verspeiste 2009 jede(-r) ÖsterreicherIn. Der Selbstversorgungsgrad liegt bei 91 Prozent. In keinem einzigen der acht getesteten Produkte stammen die Tiere aus Österreich.
Das Fleisch wird etwa aus Deutschland, Slowenien und Frankreich eingeführt. Glenfell (Lidl) und Iglo importieren ihr Federvieh sogar aus Brasilien. Lediglich die brasilianischen Iglo-Hühner stammen aus Bodenhaltung.
Clever und Gourmet Gold nennen als Quellen - wenig konkret - EU und Südamerika. Mit Ausnahme der beiden getesteten Spar-Produkte erfolgt auch die Verarbeitung im Ausland.
Fettgehalt der Nuggets
Der Fettgehalt der Chicken-Nuggets ist sehr unterschiedlich: Als am magersten erwiesen sich die Hofer-Nuggets mit fünf Prozent Fettegehalt. Jene von S Budget, die schon bei der Fleischzusammensetzung negativ aufgefallen waren, waren mit 18 Prozent Fett die fettesten.
Bestimmt wurde aber nicht nur der Fettgehalt der Proben beim Erhitzen im Backrohr, sondern auch beim Herausbraten in der Pfanne, wofür eine immer gleiche standardisierte Fettmenge verwendet wurde.
Ein interessantes Ergebnis: Die Zubereitung im Backrohr spart nicht automatisch Fett. So enthalten die Nuggets von Gourmet Gold und Iglo aus der Pfanne sogar geringfügig weniger Fett als jene aus dem Backrohr.
Die getesteten Nuggets von S Budget waren aber nicht nur sehr fett, sondern wiesen auch einen auffällig hohen Calciumgehalt von 918 mg/kg auf. Der Normalwert liegt unter 200 mg/kg. „Das weist auf die Verarbeitung von Separatorenfleisch hin“, so VKI-Ernährungswissenschafterin Nina Zellhofer. „Darunter versteht man maschinell vom Knochen gelöstes Fleisch und das muss entsprechend gekennzeichnet werden.“

Bei S Budget war dies nicht der Fall. Spar betont in einer ersten Reaktion, darauf zu achten, kein Separatorenfleisch zu verwenden und hat folglich eine Überprüfung in die Wege geleitet. Bei der Zubereitung der Nuggets durch Testpersonen gab es wiederum Ärger aufgrund von zu klein gedruckten und kaum entzifferbaren Anleitungen. Zellhofer: „Hier wäre es auch im Sinne der Produzenten, den KonsumentInnen mit der Schriftgröße entgegenzukommen.“
Geschmacklich wurden – mit Ausnahme der getesteten Chicken-Nuggets von Hofer, Spar und S Budget – alle Produkte mit „gut“ bewertet.
Insgesamt schnitt keines der getesteten Produkte mit "sehr gut" ab. Die Gesamtwertung "gut" erhielten die Hühner Nuggets von Gourmet Gold (Penny), Clever (Billa, Merkur, T-Preis), Glenfell (Lidl) und Iglo.
Fleisch ist nicht gleich Fleisch:
Bezeichnungen wie „aus zartem Hähnchenfleisch zusammengefügt“ oder „Hühnerfiletstücke geformt“ weisen darauf hin, dass kleine bis winzige Fleischteilchen mit verschiedenen Verfahren zu einem Nugget zusammengesetzt wurden.
- Formfleisch
Um Formfleisch handelt es sich laut österreichischem Lebensmittelbuch, wenn maximal haselnussgroße Fleischstücke mit Kochsalz vermischt, mechanisch bearbeitet (gemengt, getumbelt) und anschließend unter Druck in Form gepresst werden. - Separatorenfleisch
Unter Separatorenfleisch (auch Knochenputz genannt) versteht man maschinell vom Knochen gelöstes Fleisch. Dafür werden Fleischknochen entweder durch einen löchrigen Zylinder gedrückt oder das Fleisch wird durch Hochdruckwalzen, Bürstenköpfe oder mittels Hochdruckwasserstrahl vom Knochen getrennt.
Reaktion:
Spar reagierte auf das negative Abschneiden des S Budgets Produkts "verwundert": "Wir achten ganz bewusst darauf, dass in unseren Hühnerprodukten generell kein Separatorenfleisch verwendet wird", heißt es. Den hohen Calcium-Wert könne man sich derzeit nicht erklären: "Wir haben aber sofort in die Wege geleitet, dass dies überprüft wird."
[Disclaimer]









Kommentare
da geb ich dir total recht.
bei den eiern selber ist es ja voll okay, da kennt man sich aus. aber wenn du irgendwelche produkte kaufst, wo eier drin sind (nudeln mit ei, irgendwelche backwaren, spätzle oder so) kannst du auch nie sehen, woher die eier kommen - die können aus usbekistan - nix gegen usbekistan - oder sonst wo stammen, wo die viecher in käfige eingepfercht werden und das eipulver wird dann quer über den halbkugel geschifft.
Was mich besonders "zipft" ist dass man als Konsument soetwas von verarscht wird. Wenn Filet draufsteht, sollte auch Filet drin sein.
Es gibt keine Information woher das alles kommt und wie die Tiere gehalten wurden.
Kann man das nicht überall so einfach wie bei Eiern machen. Nu 0er und 1er Eier sind ok....
Ich möchte mir das als Konsument aussuchen können!
Mir graust wiedermal
Darum gibt's sowas bei uns zu Hause nicht! Eklig sag ich nur, da panier ich doch lieber selber Hühnerschnitzler, schmeckt auch viel besser!
Igiiiitttttt- mehr kann man dazu gar nicht sagen
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