Müslis im Test: süß und fett

Arbeiterkammer testete Zucker- und Fettgehalt von Frühstücksflocken und Müslis.

Wogende Kornfelder und attraktive Menschen mit schlanker Linie. Natürlich und gesund - so werden Frühstücksflocken und Müslis meistens beworben. Ein AK-Test zeigt: In vielen steckt mehr Zucker und Fett als man denkt. So haben ganze 85 Prozent der 43 beurteilten Frühstücksprodukte einen Zuckergehalt von über 12,5 Prozent, die Hälfte von ihnen besteht sogar zu mehr als einem Viertel aus Zucker! Die AK-ExpertInnen raten zu "sparsamen bis sehr sparsamen Verzehr".

Beim Fettgehalt liegen die Produkte im Mittelfeld, auch wenn der Fettgehalt bisweilen höher ist, als man erwarten würde: Ein Schoko-Müsli (Ja! Natürlich Schoko Knuspermüsli) ist mit 20 Prozent Fett der "fette Spitzenreiter" der Erhebung.


Viel Zucker für Kinder
Eines ärgert AK Experte Heinz Schöffl besonders: „Gerade Frühstücksflocken richten sich an Kinder als Zielgruppe – und genau diese Produkte haben Zuckeranteile von über 15 bis fast 40 Prozent. Das ist nicht hinnehmbar. Die Hersteller sollten bei diesen Produkten gleich gar nicht so viel Zucker zusetzen.



Kennzeichnung teilweise irreführend
Kritisiert wird auch die derzeitige Produkt-Kennzeichnung durch die Lebensmittelwirtschaft, wie sie manchmal zu finden ist. Besonders, was den Zucker betrifft, ist die Kennzeichnung missverständlich, und zwar vor allem bei Produkten, die sich an die Zielgruppe Kinder richten. Der Grund ist die Berechnungsmethode, die irreführend niedrige Werte ergibt. Die Nährstoffeangaben sollten auf der Verpackung so klar und eindeutig sein, dass für die Konsumentinnen und Konsumenten mit einem Blick erkennbar ist, wieviel Zucker, Fett, Salz und Kalorien tatsächlich in einer Packung enthalten sind.


Übersicht mit Nährwert-Ampel
Für den AK-Test wurden im August 2011 insgesamt 43 Frühstücksprodukte bei Billa, Eurospar, Zielpunkt, Hofer und Penny eingekauft, darunter 15 Müslis und 27 Frühstücksflocken-Produkte. Ausgewertet wurde die Kennzeichnung der Nährwerte und der Zutaten, als Basis diente eine Nährwertampel.

Bei vier von fünf Frühstücksflocken-Produkten steht die AK-Nährwertampel auf Rot. Bei fast allen Müslis leuchtet die Ampel gelb. Der Grund für den Unterschied: Zucker wird bei Frühstücksflocken überwiegend als zweitgewichtigste Zutat nach den Getreideanteilen extra zugesetzt, bei Müsli stammt hingegen der Zuckeranteil üblicherweise und überwiegend aus den verwendeten Früchten.


Bei Werbung ist Vorsicht geboten
Dass Werbung gerne beschönigt, ist bekannt. Bei einem Produkt (Honey Shreddies Knusperwaffel) wird besonders hervorgehoben, dass es „78 Prozent Vollkorn“ enthält, zugleich sind darin aber 30 Prozent Zucker enthalten. Bei einem anderen Produkt (Crownfield Golden Puffs) wurde auffällig hervorgehoben, dass es „sehr natriumarm“ sei – es beinhaltet aber gleichzeitig ganze 39 Prozent Zucker.


Forderungen der Arbeiterkammer:

  • Bei Frühstücksflocken, die ja insbesondere die Zielgruppe Kinder ansprechen, sollte angesichts der Diskussion über steigendes Übergewicht bereits bei Kindern von den Herstellern der Gehalt an zugesetztem Zucker in diesen Produkten grundsätzlich deutlich reduziert werden.
  • Die Kennzeichnung mittels Ampelfarben zur leichten Erkennbarkeit von Produkten mit hohen Zucker oder Fettgehalt muss gefördert werden.
  • Die von der Lebensmittelwirtschaft favorisierte GDA-Kennzeichnung muss insbesondere bei Produkten, die an die Zielgruppe Kinder gerichtet ist, verbessert werden, um eine Täuschung der KonsumentInnen zu vermeiden.



Tipp:
Hier kannst du dir den vollständigen AK-Test AK-Test herunterladen.

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