Jeder fünfte Einkauf landet im Müll

Vom Einkaufskorb in den Mistkübel: Über 20 % der Lebensmittel landen in europäischen Haushalten im Müll.

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Jeder fünfte Einkauf wandert vom Einkaufskorb direkt in den Müll - das ist Realität in vielen europäischen Haushalten.
Im Laufe der Zeit hat sich unser Verhalten gegenüber Lebensmitteln stark verändert. Wurde vor einigen Jahren noch bewusst darauf geachtet, die Einkäufe optimal zu verwerten, landen heute immer mehr Nahrungsmittel einfach in den Mistkübeln.

Ein Umdenken der Konsumentinnen und Konsumten in Richtung Nachhaltigkeit und Verantwortung ist allerdings schon seit längerem spürbar. Laut einer von Toppits in Auftrag gegebenen SAVE FOOD-Studie, wäre jedoch der Großteil der Österreicherinnen und Österreicher bereit, die eigenen Gewohnheiten zu ändern und sorgsamer mit Nahrungsmitteln umzugehen.


Was sind die Ursachen für Lebensmittelverschwendung?
Falsche Planung und Lagerung sind die häufigsten Gründe für die Verschwendung von Lebensmitteln. Zwei Drittel der KonsumentInnenen planen Mahlzeiten nicht im Voraus, sodass es, ohne den eigenen Kühlschrankinhalt im Hinterkopf zu haben, oft zu ungeplanten Einkäufen kommt. Das wachsende Angebot und die Vielfalt an Lebensmitteln verleitet dazu, regelmäßig mehr Produkte einzuekaufen als tatsächlich im Haushalt verwendet werden.

Zudem werden Lebensmittel, vor allem Obst und Gemüse, oft nicht richtig aufbewahrt, sodass vieles frühzeitig verdirbt. Auch die falsche Planung von Mahlzeiten ist ein zentraler Faktor: Essensreste sind die zweitgrößte Kategorie bei Lebensmittelabfällen.


Umdenken beginnt in der Küche
Die von Toppits ins Leben gerufene SAVE FOOD Initiative soll für Aufklärung sorgen. Denn mehr als die Hälfte der weggeworfenen Lebensmittel könnten durch bessere Planung, Zubereitung und Lagerung vor der Entsorgung bewahrt werden.

© Toppits/Claudia Ziegler

Reste zu verarbeiten, anstatt sie wegzuschmeißen, ist vor allem bei älteren Generationen noch gelebte Praxis und eines der wirkungsvollsten Mitteln, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren.
TV-Koch Andreas C. Studer ist ein Unterstützer der Toppits SAVE FOOD Initiative und verrät eine Grundregel, mit der die Resteküche immer gelingt: "Schon aus vier unterschiedlichen Zutaten lassen sich einfache und köstliche Gerichte zubereiten. Bei der Zubereitung kann man seiner Fantasie ruhig freien Lauf lassen und ausprobieren, was schmeckt. Dadurch entstehen neue Kreationen und Lebensmittelreste werden sinnvoll verwendet und nicht entsorgt."
Es lohnt sich, gewisse Grundzutaten zu Hause zu haben. "Basics wie Öle und Gewürze, aber auch Nahrungsmittel mit einer überdurchschnittlichen Haltbarkeit wie Nudeln, Reis oder Konserven sind das Um und Auf einer funktionierenden Resteküche. Wenn man seine Vorratsschränke mit diesen Basis-Zutaten füllt, ist man bestens für eine wohlschmeckende Resteverwertung gerüstet", garantiert der TV-Koch.

Aus übrig gebliebenen Lebensmittel müssen aber nicht zwangsläufig ganze Mahlzeiten entstehen, sondern sie können auch anderweitig weiterverarbeitet werden: Brotreste können durch kurzes Anbraten in der Pfanne zu knusprigen Croutons verarbeitet werden und reife Früchte eignen sich zum Beispiel gut als süße Ergänzung für Backwaren oder, in gefrorenem Zustand, für einen erfrischenden Smoothie.


Richtige Aufbewahrung verlängert die Haltbarkeit
Die genaue Portionsgröße für mehrere Gäste, aber auch für sich selbst, ist oftmals schwer einzuschätzen.Übriggebliebenes muss aber nicht gleich in den Müll wandern und auch
nicht immer sofort weiterverarbeitet werden - es kann genauso gut für einen späteren Verzehr aufbewahrt werden. So wird durch geeignete Aufbewahrungsbehälter aus dem gestrigen Abendessen ein schnelles und günstiges Essen für die Mittagspause. Saucen und Suppen lassen sich auch für weitaus längere Zeit einfrieren und wieder auftauen.
Auch frisches Obst kann bis zur weiteren Verarbeitung eingefroren werden.


Verschwendung hier, leere Mägen da

© Toppits

Die Initiative des Industriekonzerns unterstützt die Wiener Tafel. Das ist ein Verein, der Lebensmittel und Hygieneartikel (Überproduktionen oder Lagerware vor Ablauf des Haltbarkeitsdatums) aus Industrie und Handel sammelt und sie zu anerkannten Sozialeinrichtungen bringt, wo sie Bedürftige unentgeltlich erhalten.
"Die Wiener Tafel setzt sich schon lange dafür ein, dass Ressourcen sinnvoll genutzt werden. Unser Anliegen ist es, für einen sozialen Ausgleich zu sorgen - denn auf der einen Seite gibt es Verschwendung von Lebensmitteln und auf der anderen Seite leere Mägen. Der bewusste Umgang mit Nahrungsmitteln sollte aber schon in den eigenen vier Wänden beginnen und jede/r kann ganz einfach einen Beitrag leisten, um Lebensmittelabfall zu reduzieren", argumentiert Ulli Schmidt, Geschäftsführerin der Wiener Tafel.


Folgen der Verschwendung
Die Folgen der tagtäglichen Verschwendung reichen aus der eigenen Küche hinaus. Die Konsequenzen der weltweiten Nahrungsmittelverschwendung sind weitreichend und haben auch Auswirkungen auf das Weltklima. Schließlich sind auch für die Produktion und Bereitstellung der Lebensmittel, die dann im Mistkübel landen, Anbaufläche, Wasser und Treibstoff notwendig.
Wer aktiv etwas gegen Lebensmittelverschwendung unternimmt, spart also nicht nur bares Geld, sondern macht auch etwas für ein gutes Gewissen.


Die Ergebnisse der Studie

Europa:

  • Mehr als 20 Prozent der erworbenen Lebensmittel landen im Müll.
  • Von diesen 20 Prozent könnten durchschnittlich mehr als 50 Prozent vor der Entsorgung bewahrt werden. Bei besserer Planung und Aufbewahrung hätten diese Lebensmittel verzehrt werden können und wären somit dem Abfall entgangen.
  • Rund 30 Prozent der Lebensmittel, die man abgepackt kauft, werden ungeöffnet bzw. gänzlich unberührt weggeworfen.
  • Obst und Gemüse machen mit fast 50 Prozent den größten Teil an weggeworfenen Lebensmitteln aus. An zweiter Stelle liegen Reste selbstgekochter Mahlzeiten oder von Fertiggerichten.


  • Daten aus Österreich:

  • Österreichische KonsumentInnen schätzen den Anteil der von ihnen weggeworfenen Nahrungsmittel auf sechs Prozent.
  • Falsche Planung von Einkäufen und Mahlzeiten sowie falsche Lagerung von Lebensmitteln die häufigsten Gründe für die Verschwendung.
  • Über 2/3 der KonsumentInnenen planen etwa Mahlzeiten nicht im Voraus, sodass es häufig zu ungeplanten „Genuss“-Einkäufen kommt.
  • Zu Hause angelangt werden viele Lebensmittel dann einfach nicht korrekt gelagert, was zur Folge hat, dass frische Produkte noch vor ihrem eigentlichen Verfallsdatum verderben und nicht mehr genießbar sind, vor allem Brot und Gebäck, selbstgekochte Gerichte sowie Gemüse.
  • 95 Prozent aller Befragten stimmen darin überein, dass ein bewusster Umgang mit Lebensmitteln auf VerbraucherInnenseite dazu beitragen kann, das Aufkommen an vermeidbarem Lebensmittelabfall zu reduzieren.

Download:
Hier kannst du dir ein pdf-Booklet pdf-Booklet mit Tipps und Tricks zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung herunterladen.

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