Studie: Vorlesen bringt's!

Vorlesen fördert die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen in vielfältigen Bereichen.

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Eine repräsentative Studie der Wochenzeitung DIE ZEIT, der Deutschen Bahn und der deutschen Stiftung Lesen analysiert erstmals die Bedeutung des Vorlesens für die Entwicklung von Kindern.


Eindeutiges Ergebnis

Je mehr einem Kind vorgelesen wird, desto besser entwickelt es sich - so lautet das Fazit der Studie zur Bedeutung des Vorlesens für die Entwicklung von Kindern. Hierfür wurden 500 Kinder und Jugendliche im Alter von zehn bis 19 Jahren nach ihren Vorlese-Erfahrungen befragt.

"Die Studie zeigt überraschend eindeutig, in wie vielen Bereichen sich Kinder, denen vorgelesen wird, anders entwickeln als Kinder, denen nicht vorgelesen wird - nämlich nicht nur in ihrem Leseverhalten, sondern auch in ihrer sozialen Kompetenz, ihrem Schulerfolg und ihrer aktiven Freizeitgestaltung", fasst Dr. Simone Ehmig, Leiterin des Instituts für Lese- und Medienforschung der Stiftung Lesen, zusammen.

© Stiftung Lesen

Besonders deutlich zeigt sich dies in den schulischen Leistungen von Kindern aus Elternhäusern mit einfacher Bildung. "In den Fächern Deutsch und Mathe haben 'Vorlese-Kinder' bis zu 0,4 Notenpunkte bessere Ergebnisse als Kinder, denen nicht vorgelesen wurde", führt Dr. Rüdiger Grube, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bahn AG, aus. "Beide Fächer vermitteln Basiskompetenzen für Ausbildungsfähigkeit und Berufszugang."


"Lesefaule" Buben profitieren

Dass Burschen, die deutlich weniger lesen als Mädchen, besonders stark vom Vorlesen profitieren, zeigt ein weiteres Ergebnis der Studie. "Regelmäßiges Vorlesen erhöht die Lesefreude bei Jungen noch mehr als bei Mädchen, mit den vielen positiven Effekten, die dies mit sich bringt. Und gerade die Jungen müssen in diesem Alter ja aufpassen, dass sie von den Mädchen nicht rapide überholt werden", beschreibt ZEIT-Geschäftsführer Dr. Rainer Esser.

So sagen um 20 Prozent mehr Buben, denen vorgelesen wurde, dass ihnen Bücherlesen Spaß macht, im Vergleich zu Buben, denen nicht vorgelesen wurde. Bei den Mädchen beträgt der Unterschied nur neun Prozent.

Vorlesen scheint sich positiv auf die ganzheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen auszuwirken. So ist der Anteil der Kinder und Jugendlichen, die mindestens einmal in der Woche Sport treiben, höher (66 Prozent) als bei den Kindern und Jugendlichen, denen nicht vorgelesen wurde (55 Prozent).

Dr. Jörg Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen, meint dazu: "Es freut uns, dass das Klischee des sozial isolierten 'Lese-Nerds' widerlegt wird. Im Gegenteil: Kinder, denen häufig vorgelesen wird, sind auch häufiger sportlich aktiv. Vorlesen ist damit Teil einer ganzheitlichen Erziehung, die Aktivität und Lebensfreude weckt. Deshalb ist es uns umgekehrt auch so wichtig, Jungen über den Sport zu erreichen und für das Lesen zu begeistern."


Die Studie beweist, dass Vorlesen langfristig bedeutsam ist. 54 Prozent der Kinder und Jugendlichen, denen vorgelesen wurde, greifen später selbst gerne zum Buch. In der Vergleichsgruppe machen das nur 38 Prozent.

Passend zu diesem Thema findet gerade das Lesofantenfest der Büchereien Wien statt. Von 7. bis 25. November 2011 gibt es für Kinder: Theater, Musik, Kino, Literatur, Spiele, Workshops und Abenteuer in der Hauptbücherei am Gürtel und in weiteren 27 Zweigstellen der Büchereien Wien, Theaterhaus DSCHUNGEL WIEN und Buch Wien 11.
Hier geht es zum Gesamtprogramm.

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