Buchtipp: Puck sucht ihren Namen
Inge Peter schreibt Pfadfinderinnen-Geschichte mit Humor speziell für Wichtel
Amona, alias Puck, ist nicht von ungefähr ein Wichtel und kein Waldgnömchen oder gar Kobold. Amona ist die Hauptfigur von Inge Peters Rahmengeschichte für die österreichischen Pfadfinderinnen. Die Pfadfinder in der Altersgruppe 6-11Jahre, die Wölflinge, arbeiten traditionell mit der Geschichte des kleinen Mogli aus dem Dschungelbuch.
„Da ich auf den Vorteil, aus einem bekannten Rahmen immer wieder Szenen verwenden zu können, um z. B. abstrakte Begriffe für Kinder begreifbar zu machen, nicht verzichten wollte, versuchte ich es zuerst auch bei den Mädchen mit dem Dschungelbuch. Allerdings realisierte ich sehr bald, dass es außer der Wolfsmutter keine einzige weibliche Figur gab“, erinnert sich Inge Peter. Nun sollten auch die Wichtel in den Genuss einer für sie maßgeschneiderten Geschichte kommen. Für die geübte Geschichtenerzählerin Inge Peter kein Problem: „Da ich für meine drei Mädchen jahrelang Märchen erfunden hatte, war die Idee, selbst eine Rahmengeschichte zu schreiben - ein Pendant zum Duschengelbuch sozusagen - schnell da. Bei den Figuren musste es sich natürlich um Wichtel handeln.“ Auch eine weise Eule durfte nicht fehlen, denn sie war diejenige, die in der Heinzelmännchen-Erzählung, die aus Ermangelung an Alternativen als Pfadfinderinnengeschichte diente, den entsprechenden Hinweis gab.
Nun da die Wichtel eine eigene Erzählung hatten, mit der sie sich identifizieren konnten und die wichtige, aber abstrakte Werte für Kinder verständlich erklärte, konnte es an die Arbeit gehen. „Ich habe den Kindern die Geschichte zuerst einmal Kapitel für Kapitel erzählt und anschließend mit ihnen über das Gehörte gesprochen. Dann wurden einzelne Szenen herausgenommen und von den Kindern nachgespielt. Gab es einen aktuellen Anlass, wie das Verspotten eines der Kinder, griff ich auf eine ähnliche Szene zurück, die wir dann besprochen haben. Oft war es aber auch so, dass die Kinder selbst erkannten, welche Fehler gemacht wurden, und sie in der Lage waren, Parallelen zu Pucks Geschichte zu ziehen.“

Die Organisation der Pfadfinderinnen und Pfadfinder hat verschiedene Schwerpunkte, deren Inhalt den Kindern vermittelt werden soll. Sie sollen lernen, sich mit sich und der Umwelt kritisch auseinander zusetzen, und die eigenen Fähigkeiten zu erkennen und sie zu nützen. Dieses Vorhaben unterstützt das Buch „Puck sucht ihren Namen“ im hohen Maße, aber auch andere wichtige Entwicklungsschritte werden die Kinder tun: „Abgesehen vom Sammeln diverser Erfahrungen in einem geschützten Rahmen hat diese Methode einen nicht zu unterschätzenden Wert: Die Kinder lernen sich auszudrücken, zuzuhören, verbal zu reagieren, ihre Gedanken umzusetzen und einzubringen - und ihre Kreativität wird gefördert“, erklärt Inge Peter.
Begleiten Kinder das Wichtelmädchen Puck auf ihrer Reise durch das Waldenland, lernen und verstehen sie nicht nur so komplizierte Begriffe wie Toleranz, Kritikfähigkeit und Verantwortungsgefühl. Auch Empathie, Hilfsbereitschaft, Bescheidenheit und vor allem Humor helfen ihnen dabei, charakterstarke Menschen zu werden und einen guten Stand in der Welt zu finden. Außerdem ist der abenteuerliche Streifzug des Wichtelmädchens besonders amüsant und spannend geschrieben, und bietet ein kurzweiliges und pädagogisch wertvolles Vergnügen auch für alle, die ihren Pfad im Leben bereits gefunden haben. Tatkräftig unterstützt wurde Inge Peter von den jungen Illustratorin Stefanie Meister. Sie verleiht Puck und den anderen Wichteln ein einzigartig wicht(el)iges Erscheinungsbild.
Inge Peter
Puck sucht ihren Namen
Papierfresserchens MTM-Verlag
ISBN: 978-3-86196-097-3
Taschenbuch, 160 Seiten mit farbigen Illustrationen von Stefanie Meister
10,70 Euro
[Disclaimer]









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