Mehr Platz für Kinder mit Problemen

Angebot für Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen wird ausgebaut.

Maßnahmenpaket für Kinder- und Jugendgesundheit in Wien
Das Warten auf einen Therapieplatz für Kinder und Jugendliche mit psychischen Problemen bzw. Entwicklungsstörungen bedeutete für betroffene Familien oft einen langen Leidensweg.
Jetzt planen die Stadt Wien und die Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK) einen Ausbau der kostenlosen entwicklungsdiagnostischen, therapeutischen und psychiatrischen Leistungen für Kinder und Jugendliche.

Um die Gesundheitsversorgung zu verbessern, wird ab heuer das Behandlungsangebot bei Entwicklungsstörungen sowie in der Kinder- und Jugendpsychiatrie deutlich aufgestockt. Eine zentrale Servicestelle soll PatientInnen und ExpertInnen schneller zusammenführen.
Drei Therapiezentren werden Kindern bis zehn Jahren als Anlaufstelle dienen.


© Schaub-Walzer/PID

"Das ist ein großer Erfolg für die jungen Menschen in dieser Stadt und ihre Angehörigen - und der Grundstein für gesündere Erwachsene in der Zukunft", betonte die Wiener Gesundheits- und Sozialstadträtin Sonja Wehsely. Gemeinsam mit WGKK-Obfrau Ingrid Reischl präsentierte sie Neuerungen in der Gesundheitsversorgung für Kinder und Jugendliche.
Dass in Wien Verbeserungsbedarf hinsichtlich der Gesundheitsversorgung von entwicklungsgefährdeten Kindern, Kindern mit einer Behinderung oder einer psychischen Erkrankung besteht, wurde schon seitens des Kontrollamts festgehalten.

"Gerade Eltern mit behinderten Kindern brauchen schnelle, umfassende und kompetente Unterstützung in den ersten Lebensjahren ihrer Kinder", unterstreicht die Präsidentin der Wiener Sozialdienste, Nationalratsabgeordnete Christine Lapp.


Die Maßnahmen im Detail

  • Mit der Errichtung bzw. dem Ausbau von drei Therapiezentren für die Altersgruppe der 0- bis 10-Jährigen wird dem dringend erforderlichen Bedarf an ambulanten Kapazitäten Rechnung getragen. Start ist bereits heuer mit Planungsarbeiten für zwei neue Standorte.
    Anfang 2013 ist die Aufnahme des Vollbetriebs vorgesehen und die gleichzeitige Übersiedlung der entwicklungsdiagnostischen Stellen, die bislang von der Stadt betrieben wurden. Damit ist für rund 1.000 Kinder eine Verdoppelung der Betreuungskapazität von derzeit 8.000 auf 16.000 Leistungen im Bereich der Ergo-, Logo-, Physio- und Psychotherapie und fachärztlichen Untersuchungen möglich.

    2013 soll außerdem eine zusätzliche Einrichtung mit rund 700 Betreuungsplätzen geschaffen werden, die die Betreuungskapazität um weitere 12.000 Leistungen erhöht. Damit
    werden in naher Zukunft insgesamt 1.700 Kinder mit Entwicklungsstörungen oder -verzögerungen die Hilfe erhalten, die sie brauchen.

  • Die WGKK erhöht bis Ende 2013 schrittweise die finanziellen Mittel für die kinder- und jugendpsychiatrische Versorgung der Ambulatorien von "die Boje" und den Wiener
    Psychosozialen Diensten. In der Folge sollen zusätzliche FachärztInnen für Kinder- und Jugendpsychiatrie angestellt werden.
  • Um PatientInnen noch schneller und treffsicherer zu TherapeutInnen zu vermitteln, soll künftig eine zentrale Servicestelle samt Datenbank eingerichtet werden. Das Ziel: Die Erfassung freier Therapieplätze, um das bereits vorhandene Angebot im niedergelassenen Bereich und in den diversen Einrichtungen sowie die geplanten Kapazitäten optimal zu nutzen.
    "Für die Betroffenen bedeutet das, dass sie bei der Suche nach einem Therapieplatz nicht mehr auf sich alleine gestellt sind", erklärt Ingrid Reischl, Obfrau der WGKK, abschließend.
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