Wenn der Schuh drückt

VKI testet 18 Kinderschuhe

Frühjahr und Herbst sind für Eltern meistens Fixtermine, um neues Schuhwerk für den Nachwuchs heranzuschaffen - eine Herausforderung. Beim Spagat zwischen Mode und Passform setzten sich Kinder öfter durch als man meint: Am Ende des Shoppingausflugs tragen sie blinkende Schuhmonster in Gruselfarben oder Plastikbomber in Pink mit Glitzersteinchen stolz nach Hause, die zwar cool aussehen, aber am Fuß keine sonderlich gute Figur machen.

Ob ein Schuh passt, darüber wird nicht nur zwischen Eltern und Kindern gestritten. Auch bei den Schuherzeugern gehen die Meinungen auseinander. Während die einen den Schwerpunkt auf das Aufgreifen modischer Trends legen, versuchen andere optische Ansprüche und kindgerechte Passform zu vereinen.


Kinderfüße haben besondere Ansprüche

Seit Jahrzehnten betonen Orthopäden, aber auch Schuhmacher, dass Kinderfüße besondere Ansprüche an Schuhe stellen. Die Knochen wachsender Kinderfüße sind weich und verformbar. Anders als Erwachsenenfüße sind sie gegen Druck relativ schmerzunempfindlich. Daher können die Sprösslinge beim Probieren von Schuhen auch keine zuverlässige Auskunft geben, ob ihnen das gewählte Modell passt. Selbst bei gleicher Länge sind Kinderfüße unterschiedlich breit und hoch. Daraus ergibt sich, dass Kinderschuhe eine angemessene Weite haben müssen. Und sie dürfen im Vorderbereich weder zu flach noch zu spitz sein, um die empfindlichen Zehen nicht einzuengen.


Die meisten Schuhe sind zu schmal geschnitten

Der letzte Kinderschuhtest (KONSUMENT 9/2007) zeigte gravierende Mängel bei den Größenangaben auf: Die Schuhe waren häufig kleiner als angegeben. Der Verein für Konsumenteninformation testete nun erneut Kinderschuhe. Die getesteten Schuhe fielen diesmals in der Regal nicht mehr zu klein, sondern zu schmall aus. „Da hilft es auch nichts, wenn der Schuh der Länge nach passt“, kritisiert VKI-Expertin Dr. Angela Tichy. „Aus orthopädischer Sicht sind die getesteten Kinderschuhe generell stark verbesserungswürdig: Bis auf Ausnahmen bieten diesem dem Kinderfuß wenig oder gar keinen Halt. Der fehlende Halt kann aber dazu führen, dass sich ein Senk- oder Spreizfuß entwickelt, der nur noch mit orthopädischen Einlagen ausgeglichen werden kann.“

Sehr gute Bewertung erhielten die getesteten Kinderschuhe von Superfit, Richter und GehGutiGut. Diese Schuhe zählen mit 70 bis 90 Euro zu den teuersten getesteten Modellen. Überraschend waren die teils sehr dünnen Sohlen der Schuhe. Testverlierer war Agaxy. Bei dem günstigsten Schuh der Testreihe (zehn Euro), reichte bereits ein Rosendorn für einen Durchstich.

Verbesserungsbedarf bleibt also die Kennzeichnung der Schuhe. Die Angabe der Weite ist bei Kinderschuhen nach wie vor nicht üblich, wäre aber wichtig.
Ein Kind mit breiten Füßen hat natürlich andere Anforderungen als ein Kind mit schmalen Füßen – und das hat nichts mit der Größe zu tun.

Also Augen auf beim Schuhkauf – deinem Sprössling zu liebe solltest du nicht an der falschen Stelle sparen.

Veröffentlicht am: 23.02.2012 QUAX.at

auf Facebook auf Facebook teilen


Kommentare

Kommentar abgeben

Bild-CAPTCHA
Gib bitte die Zeichen (Imagecode) die du im oberen Bild siehst ein (auf Groß,- und Kleinschreibung achten)!
Wenn du den Imagecode nicht mehr eingeben willst: Log dich ein!