Schnarchen im Duett

In mehr als der Hälfte der Beziehungen schnarchen beide Partner

In vielen Schlafzimmern geht es im wahrsten Sinne des Wortes lautstark zur Sache. Aber nicht was das Liebesleben betrifft - nein - in jeder zweiten Beziehung schnarchen gleich beide Partner zumindest ab und zu.

51,3 Prozent der Männer und Frauen, die derzeit in einer Partnerschaft leben, gaben zu, sowohl er als auch sie trügen zum nächtlichen Schnarchkonzert bei. Besonders "gut" ist die Akustik offenbar in den Nachtlagern der Ab-60-Jährigen. Bei der Umfrage bekannten sich fast zwei Drittel (63,3 %) der Älteren mit Partner/in zum gemeinsamen Schnarchen. Das ergab eine Umfrage der Apotheken Umschau.

Schnarchen ist aber auch nicht zu verharmlosen! Nämlich dann, wenn die Diagnose „Atemstörungen im Schlaf - Schlafapnoe“ festgestellt wird. Meist sind zu enge Atemwege die Ursache – etwa wegen eines kurzen Unterkiefers, eines langen Weichgaumens oder aufgrund durch Fettpolster verengter Rachenseitenwände. Gerade Männer lagern an den Rachenseitenwänden überschüssiges Fett, das ändert die Rachengeometrie. Das erklärt, warum vor allem Männer schnarchen und warum die meisten jener übergewichtig sind, bei denen Gaumensegel, Zäpfchen und andere Schlundteile beim Einatmen lautstark vibrieren.

Verantwortlich ist jedoch nicht die Anatomie allein. Auch die nachts nachlassende Steifigkeit der Rachenmuskeln spielt eine Rolle. Alkohol, manche Medikamente und große Müdigkeit lassen die Muskeln zusätzlich erschlaffen. Deshalb schnarcht meist besonders laut, wer zu tief ins Glas geschaut hat oder schlapp ist nach einer durch gemachten Nacht.

Darunter leiden dann vor allem die Bettpartner, die – so eine englische Studie – im Schnitt etwa zwei Stunden Schlaf verlieren. Für den Verursacher selbst gilt Schnarchen ohne Atemaussetzer als unbedenklich – eine Annahme, die aber nicht endgültig geklärt ist. Einige Befunde deuten darauf hin, dass auch bloßes Röhren das Herz-Kreislauf-System belasten könnte. Und japanische Forscher fanden kürzlich heraus, dass besonders laute Schnarcher auch ihren eigenen Schlaf stören und tagsüber oft müde sind.
Wirklich gefährlich, da sind sich Fachleute einig, wird es erst, wenn nicht nur die Atemwege verengt, sondern auch verschlossen sind. Das kann passieren, wenn die Schlundmuskulatur besonders schlaff ist oder die zurückfallende Zunge den Rachen abdichtet.

Dann wird es im Schlafzimmer mucksmäuschenstill. Mehr als zwei Minuten kann so ein Atemstillstand dauern – bis der Körper sich mit einem lauten, explosionsartigen Schnarchen und einigen Atemzügen Luft holt. Hat sich der Sauerstoffpegel im Blut wieder normalisiert, beginnt das Geschehen oft von vorne.

Quelle: Apotheken Umschau / GesundheitPro