
Arbeitslose Frauen mit kleinen Kindern befinden sich oft in einer Zwickmühle. Da sie keinen Job haben, bekommen sie keinen Krippenplatz.
Und da sie mangels Kinderbetreuung dem Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung stehen, wird ihnen schlimmstenfalls sogar das Arbeitslosengeld gestrichen.
Beim Frauenbüro der Arbeiterkammer Oberösterreich häufen sich Beschwerden von Arbeit suchenden Frauen, die fürchten, in einem Teufelskreis zwischen Arbeitssuche und Kinderbetreuungseinrichtung auf der Strecke zu bleiben.
Die meisten Kinderbetreuungseinrichtungen vergeben Krippenplätze nur dann, wenn die Eltern des Kindes mindestens 20 Stunden pro Woche arbeiten oder eine Schulung besuchen. Das Arbeitsmarktservice wiederum argumentiert in manchen Fällen, die betroffene Frau stehe dem Arbeitsmarkt nur dann zur Verfügung, wenn sie einen Betreuungsplatz für ihr Kind habe. Im schlimmsten Fall wird sogar das Arbeitslosengeld oder die Notstandshilfe gestrichen.
Die Arbeiterkammer rät betroffenen Frauen, sich von der Kinderbetreuungseinrichtung eine schriftliche Bestätigung geben zu lassen, dass das Kind einen Platz bekommt, wenn die Mutter eine Arbeit gefunden hat. Diese Bestätigung sollte die Frau dann beim AMS vorweisen. Bei Problemen können sich die Betroffenen auch an das AK-Frauenbüro wenden, Tel. +43(0) 50/ 69 06 - 2141, E-Mail frauen@akooe.at .
Denn Probleme gibt es noch genug. Nicht einzusehen ist etwa, warum Arbeit suchende Frauen dem Arbeitsmarkt zwar mindestens 20 Stunden pro Woche zur Verfügung stehen müssen (bei Frauen mit Betreuungspflichten für Kinder unter zehn Jahren 16 Stunden), ihnen andererseits aber jeder Job über der Geringfügigkeitsgrenze zugemutet werden kann. Das heißt, eine Frau mit einem Kleinkind müsste beispielsweise einen 15-Stunden-Job annehmen, von dem sie nicht leben kann. Sie könnte den Job aber gar nicht annehmen, weil sie - siehe oben - für 15 Wochenstunden keinen Krippenplatz bekommt.
Nicht zuletzt auch durch Initiativen der AK hat sich die Kinderbetreuungssituation in den letzten Jahren stark verbessert. Mit dem Gratis-Kindergarten wurde eine langjährige Forderung erfüllt.
Dennoch: Mit einer Betreuungsquote von nur 6,7 Prozent bei Kindern unter drei Jahren (ohne Tagesmütter) nimmt Oberösterreich den vorletzten Platz aller Bundesländer sein. Jede dritte Gemeinde hat kein Angebot für Unter-Dreijährige.