Schrowange: "Furchtbare Erfahrung für Kinder"

Schicksal Scheidungskind - Interview mit Moderatorin Birgit Schrowange.

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Wenn Paare bei der Rettung ihrer Beziehung so engagiert wären, wie im Rosenkrieg danach, dann würde nicht die Hälfte aller Ehen geschieden. Doch leider geht es nach der Trennung oft richtig schmutzig weiter. Die Leidtragenden sind immer die Kinder, die den Streitigkeiten ihrer Eltern hilflos ausgeliefert sind.
Der Fernsehsender RTL zeigt in „Extra Spezial: Schicksal Scheidungskind!“ am Montag, 2. Januar, um 22:15 Uhr, was mit Kindern geschieht, wenn aus ihren Eltern plötzlich erbitterte Feinde werden.


Extra-Moderatorin Birgit Schrowange hat selbst eine Trennung von ZDF-Moderator Markus Lanz, mit dem sie gemeinsam Sohn Laurin hat, hinter sich. Im Interview spricht sie über über das öffentliche Ende Ihrer Beziehung, das Verhältnis Ihres Sohns zu seinem Vater und neue Freundschaft zum Ex.

Nach knapp neun Jahren Beziehung haben Sie und Ihr damaliger Lebensgefährten Markus Lanz sich 2006 getrennt. Ihr gemeinsamer Sohn Laurin war damals sechs Jahre alt. Wie schwer fällt einem als Elternteil eine solche Entscheidung?
Birgit Schrowange: Eine solche Entscheidung ist natürlich nicht leicht, denn ein Kind leidet immer unter einer Trennung – auch dann, wenn die Eltern sich vornehmen, anschließend noch gemeinsam für das Kind da zu sein. Wenn Eltern allerdings dauernd streiten, ist eine Trennung sicher besser für das Wohl des Kindes. Daran muss man auch immer denken.


Sie sind beide prominent, so dass die Öffentlichkeit unweigerlich an Ihrer Trennung teilgenommen hat. Wie haben Sie in dieser Situation Ihren Sohn geschützt?
Wir haben unseren Sohn von Anfang an geschützt, indem wir keine Fotos von ihm an die Presse gegeben haben. Wir wollten ihm eine ganz normale Kindheit ermöglichen und ihn aus den Medien komplett fernhalten.
Sowohl während als auch nach dem Ende unserer Beziehung haben Markus und ich unsere Beziehungsebene immer strikt von unserer Funktion als Eltern getrennt. Dadurch, dass Laurin damals noch relativ jung war, hat er die Trennung gar nicht so bewusst erlebt. Außerdem gab es eine gegenseitige Schweigevereinbarung, um unseren Sohn zu schützen.


Ihr Sohn lebt gemeinsam mit Ihnen in Köln. Wie es ist denn sein Verhältnis zum Vater?

© RTL/Frank Hempel

Die beiden verstehen sich sehr gut und sehen sich regelmäßig. Markus besucht ihn oft bei uns zuhause. Für mich ist es selbstverständlich, dass er dann auch ins Kinderzimmer darf und für Laurin einfach Vater ist.
Damit habe ich überhaupt kein Problem, ich bin wirklich sehr froh, dass Laurin einen Papa hat, der sich sehr um ihn kümmert. Gerade Jungen brauchen einen Vater, der immer für sie da ist.


Ein gemeinsames Kind bindet auch die eigentlich getrennten Eltern weiterhin aneinander. Wie sind Sie damit klar gekommen?
Das stimmt. Heutzutage wird jede zweite Ehe geschieden, in jeder Schulklasse findet man Scheidungskinder. Das ist leider nichts Besonderes mehr. Ich finde es aber immer schlimm, wenn ein Kind von einem Elternteil wie ein Paket an der Haustür abgegeben wird. Für die Kinder ist das eine furchtbare Erfahrung.
Es ist viel besser für die Seele des Kindes, wenn die Eltern nach einer gewissen Zeit wieder miteinander reden und vielleicht sogar eine freundschaftliche Verbindung haben können. Wir haben uns unser heute gutes Verhältnis nach und nach wieder erarbeitet.


Was würden Sie in Trennung oder Scheidung befindlichen Paaren raten, um Ihre Kinder nicht zusätzlich zu belasten?
Kinder fühlen sich leider sehr schnell schuldig, wenn die Beziehung der Eltern in die Brüche geht. Sie denken, es läge an ihnen – dabei können sie dafür nichts. Es ist das Wichtigste, den Kindern das Gefühl zu geben, dass sie keine Schuld am Scheitern der Beziehung haben und vor allem, dass das Kind von beiden Elternteilen noch geliebt wird. Da müssen beide Elternteile ein Urvertrauen und Sicherheit vermitteln. Streitigkeiten dürfen auf keinen Fall vor den Kindern ausgetragen werden und das Kind darf niemals als Druckmittel für eigene Interessen missbraucht werden.
Außerdem sollte der ehemalige Partner nicht vor dem Kind schlecht gemacht werden. Das Kind sollte immer das Gefühl bekommen, dass es in Ordnung ist, Zeit mit dem Papa (oder der Mama) zu verbringen. Ehrlichkeit ist das Allerwichtigste, denn Kinder haben sehr feine Antennen und spüren viel, auch ohne Worte.


Warum haben Sie sich mit Ihrer Redaktion dazu entschlossen, diesem sensiblen Thema ein Extra-Spezial zu widmen?

© RTL

Das Thema ist extrem wichtig, da Kinder durch die Trennung der Eltern nachhaltig beschädigt werden können. Das kann Folgen für ein ganzes Leben haben, viele sind sich dieser Dimension leider gar nicht bewusst. Außerdem sind heutzutage viele Paare davon betroffen, wir wollen daher Einblicke und auch Hilfestellung geben.

Mit Astrid Leonhardt konnten wir eine ausgewiesene Expertin gewinnen, die sich seit über 20 Jahren mit diesem Thema befasst und unseren Zuschauern sehr wertvolle Tipps aus der Praxis geben kann. Mit dem Extra-Spezial geben wir diesem schwierigen und wichtigen Thema die Aufmerksamkeit im Rahmen unserer Sendung, die es verdient hat.




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