Sprach- und Hörstörungen nehmen zu

Wird eine Mittelohrentzündung nicht konsequent behandelt, führt dies zu bleibenden Schäden

Sprach- und Hörprobleme bei Kindern werden in letzter Zeit von Ärzten vermehrt festgestellt. Als eine der Ursachen sieht Professor Dr. med. Rainer Schönweiler, Leiter der Abteilung Phoniatrie und Pädaudiologie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck, die zu zögerliche Behandlung der Kleinen bei Mittelohrentzündungen und Paukenergüssen.

"Oft wenden Eltern abschwellende Nasentropfen nicht richtig an", erklärt er. "Sie geben die Mittel zu selten oder in der falschen Dosis." Auch vor der notwendigen Operation eines Paukenergusses schreckten Eltern oft zurück.

Kinder, die nicht gut hören, können aber auch ihre Sprache nicht altersentsprechend entwickeln. Schönweiler betont, dass die Sprache sich vor dem dritten Lebensjahr sehr unterschiedlich entwickle. "Erst mit drei Jahren lässt sich eine Sprachentwicklungstörung diagnostizieren." Er weist auch auf soziale Ursachen solcher Probleme hin, "etwa, wenn zu wenig mit einem Kind gesprochen oder ihm kaum vorgelesen wird".

Quelle: Apothekenmagazin "BABY und Familie"

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