Eingepackt wie ein Kipferl

Die Wickeltechnik Pucken erlebt ein Revival.

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Der kleine Fabian sieht aus wie ein Kipferl, ein ganz zufriedenes Kipferl. Seine Mutter hat ihn fest in eine Decke gewickelt, sodass er eigentlich nur noch seinen Kopf drehen kann.

Was für Uneingeweihte ein kleines bisschen merkwürdig und ziemlich einengend anmutet, ist eine althergebrachte, Jahrhunderte alte Wickeltechnik mit einem neuen Namen – Pucken.


Nestwärme und Geborgenheit

Gabriele Tichawa ist seit 20 Jahren Hebamme und hat die Erfahrung gemacht, dass viele Kinder durch Pucken sehr viel ruhiger werden: „Die Kinder haben neun räumlich ziemlich begrenzte Monate im Bauch erlebt. Jetzt müssen sie sich an die Außenwelt und daran, geboren zu sein, gewöhnen. Die Verdauung beginnt und sie müssen wachsen.
Fest eingepackt zu sein, gibt ihnen eine Begrenzung und damit Halt in der Welt. Das erleichtert diese Gewöhnungsphase.

© Katrin Berger/QUAX.at

Die Wickeltechnik hat sich vor allem dann bewährt, wenn die Kinder recht unruhig sind oder Bauchschmerzen haben.
Pucken ist ein gutes Hilfsmittel, aber kein Allheilmittel“, gibt die Hebamme zu denken. Babys und Säuglinge wollen am liebsten ganz nah bei ihrer Mutter sein, und das 24 Stunden am Tag. „Oft sind die Mütter unvorbereitet auf das, was nach der Geburt passiert“, weiß Gabriele Tichawa.

Wenn sie dann Geschichten davon hören, dass man ein Neugeborenes nicht verwöhnen soll, sind die Frauen verunsichert. Dabei ist der Wunsch nach Nähe völlig normal. Der Körperkontakt stärkt das Urvertrauen der Kinder. Während die Babys den Zustand des ruhigen Liegens nicht kennen – woher auch, im Bauch waren sie ja auch ständig mit dabei, hörten Herzschlag, Verdauung, Bewegung und Stimme der Mutter –, haben die Mütter den Anspruch, ihr kleiner Liebling sollte doch ein paar Minuten still liegen.

Hier kann Pucken für Entlastung sorgen. „Das heißt nicht, dass das Kind dann drei Stunden durchschläft“, verdeutlicht Tichawa, „aber die Mutter kann einmal in Ruhe auf die Toilette gehen oder sich duschen.


Von unten nach oben, von links nach rechts

Im Handel sind eigene Pucksäcke mit Klettverschluss erhältlich, aber mit einem einfachen Tuch oder einer Decke funktioniert es genauso. Bei Hüftdysplasie oder Fieber solltest du aber von dieser Wickeltechnik absehen.
Wenn du dir nichtsicher bist, lass dir die Technik von einer Fachkraft wie einer Hebamme zeigen. Gepuckt wird ungefähr bis zum dritten Lebensmonat. „Je kleiner das Kind ist, umso besser geht es“, meint Tichawa.

© Katrin Berger/QUAX.at
  • Zuerst wird ein viereckiges Tuch, am besten aus Naturfaser, auf der Spitze stehend ausgebreitet. Auf die obere Ecke, die du einschlagen kannst, kommt der Kopf des Babys.
  • Die untere Ecke wird so nach oben geschlagen, dass das Kind die Beine ausstrecken kann.
  • Jetzt nimmst du das Tuch an der Seite, legst es über das Kind und steckst die Ecke hinter dem Rücken fest hinein. Dabei darauf aufpassen, dass die Hand mit eingewickelt ist.
  • Dann ist die andere Seite dran.



Mit gutem Gefühl kann man eigentlich nichts falsch machen“, beruhigt die Hebamme.
Um das fertige „Kipferl“ darf nichts mehr gebunden werden.


Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Pucken findest du in der Bildgalerie.




Katrin Berger, QUAX.at Redaktion
erschienen in der QUAX.at Printausgabe 4/2011 vom 12. November 2011.



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Kommentare

Kommentar

ein echt süßer fratz!


Kommentar

Uiii ist der süß!


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