Schwangerschaftsberatung im Überblick

Die Stadt Wien unterstützt Frauen mit zahlreiche Maßnahmen auch in "Krisenzeiten"

In den letzten Tagen konnte man in vielen Medien wieder das Thema rund um einen Schwangerschaftsabbruch in Wien verfolgen. Runde Tische werden dazu einberufen und das Thema Fristenlösung ist plötzlich auch wieder präsent. Rund 15 bis 20 Prozent aller schwangeren Frauen erleben diese Zeit nicht "in guter Hoffnung". Um diese Frauen frühzeitig zu unterstützen und schwere Krisen nach der Geburt zu verhindern, gibt es in Wien im Rahmen des Frauengesundheitsprogramms
zahlreiche Initiativen.

 

Zunächst bekommt jede Schwangere eine Informationsbroschüre über psychische Krisen in der Schwangerschaft bei Anmeldung zur Geburt übermittelt, die auch Anlaufstellen für Hilfestellungen enthält. In jeder geburtshilflichen Abteilung in den städtischen Spitälern des Wiener Krankenanstaltenverbund wird das geburtshilfliche Team laufend zur Thematik Schwangerschaft und psychosoziale Krisenmomente geschult. Hebammen, SozialarbeiterInnen und PsychologInnen stehen in den Schwangerenambulanzen den Frauen kostenlos mit Rat und Tat zur Verfügung. Dies ist in Österreich einzigartig. Darüber hinaus wurden Leitlinien für die psychosozialen Aspekte der Schwangerenbetreuung für die geburtshilflichen Teams erarbeitet, die für alle MitarbeiterInnen der städtischen Spitäler verbindlich sind. Zur Koordination dieser Fülle an Hilfestellungen gibt es eine Vernetzungsplattform, die alle 2 Monate zusammentrifft.

 

Generell stehen in allen geburtshilflichen Ambulanzen der städtischen Spitäler des Wiener Krankenanstaltenverbunds SozialarbeiterInnen der MA 11 zur Verfügung. Laut Studien treffen psychische Krisen besonders sozial benachteiligte Frauen. Es wurde daher eine spezielle Ambulanz im Wilhelminenspital in Ottakring etabliert, die sowohl in deutscher und türkischer Sprache psychologische und soziale Unterstützung bietet.
In den meisten geburtshilflichen Abteilungen der städtischen Spitäler stehen ferner Familienhebammen für sozial benachteiligte Frauen zur Verfügung. Frauen mit schweren Depressionen während der Schwangerschaft oder postpartal, werden einer Spezialambulanz im Otto-Wagner-Spital zugewiesen.

 

Der Gesundheitsdienst der Stadt Wien - MA 15 betreibt insgesamt vier Familienhebammen-Stützpunkte. Neben Geburtsvorbereitungskursen werden auch Einzelgespräche bzw. Einzelpaarberatungen angeboten.
Ebenso gibt es Babytreffs mit Stillberatungen. Hier werden auch Mütter mit postpartaler Depression unterstützt. Allein im Jahr 2008 wurden von den Familienhebammen 9.200 werdende Mütter betreut.

 

Darüber hinaus betreibt die MA 11 eine Familienberatungsstelle, die auch ein Eltern-Kind-Zentrum umfasst. Hier werden sowohl Beratungen, als auch gynäkologische Untersuchungen durchgeführt.

 

Das Mädchentelefon (0800 21 13 17) der Stadt Wien, eine Initiative der Frauenstadträtin, unterstützt Mädchen, die Informationen und Beratung zu Themen wie Schule, Arbeit, Familie, Freundschaft, Beziehung, Sexualität und vielem mehr suchen. Mädchen und junge Frauen können sich beim Mädchentelefon von Montag bis Freitag jeweils von
13:00-17:00 Uhr beraten lassen. Das Angebot richtet sich dabei hauptsächlich an 13 bis 17-jährige Mädchen. Die Beraterinnen sind für die Anruferinnen kostenlos oder per E-Mail maedchen@ma57.wien.gv.at zu erreichen. Darüber hinaus wurde auch die Broschüre und die CD "Besuch bei der Frauenärztin" speziell für Mädchen entwickelt. Außerdem finanziert die Stadt Wien zahlreiche Mutter-Kind Einrichtungen, die Mütter in Krisen beraten und betreuen, sowie Wohnangebote für die Mütter und ihre Kinder bieten, z.B. Kolpinghaus Gemeinsam Leben.

 

Die Magistratsabteilung 40 - Soziales, Sozial- und Gesundheitsrecht übernimmt die Kosten für den ersten
Schwangerschaftsabbruch von Frauen, die finanziell nicht gut gestellt sind und Sozialhilfe in Anspruch nehmen müssen. Basis ist das Sozialhilfegesetz und der Titel "Hilfe in besonderen Lebenslagen". Bei der MA 40 wird zuerst geklärt, ob der Schwangerschaftsabbruch grundsätzlich übernommen wird. Nach einer Beratung bei der Familienberatungsstelle der Stadt Wien (6., Mollardgasse 8) bekommt die Frau einen Termin zum Schwangerschaftsabbruch und gleichzeitig die Kostenübernahmeerklärung.

 

Es werden in allen Geburtenabteilungen der städtischen Spitäler in Wien Schwangerschaftsabbrüche durchgeführt. Im Jahr 2008 gab es 12.037 Geburten (12.360 Kinder) und 328 Schwangerschaftsabbrüche.

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