Ich habe eine Familienbegleiterin

Ein Beruf mit Berufung

Es klingelt, Susanne öffnet die Tür. Es ist Elisa, ihre Familienbegleiterin. Nora quietscht, die 6 Monate alte Tochter von Susanne freut sich - sie ist mit Elisa vertraut, spielt mindestens einmal die Woche mit ihr und Noras großem Bruder Tim. Susanne macht Kaffee, während die Familienbegleiterin Nora auf den Armt nimmt und zu ihr in die Küche kommt. „Wie geht es dir?“

Elisa war auch bei Noras Geburt dabei. Sie ist Familienbegleiterin und lernte die Familie etwa vier Wochen vor der Geburt kennen. Damals entschlossen sich Susanne und ihr Mann, eine alternative Form der Geburtsbegleitung zu wählen und kontaktierten sie. Susannes Hebamme hatte ihr im Geburtsvorbereitungskurs von den verschiedenen Möglichkeiten, darunter auch die Geburtsbegleitung durch Arzt, Hebamme und Doula, berichtet.

Was Susanne an der Begleitung durch eine Familienhebamme gefiel, war die Vorstellung, eine Freundin an der Seite zu haben, die aber auch Fachwissen mitbringt und sie zur Geburt begleitet. Doch diese Erwartungen wurden, so sagt sie heute, noch übertroffen: Die Geburt war wunderbar, Elisa mischte eine entspannende Ölmischung für die Duftlampe (und Bachblüten für den Papa, was er selten zugibt) und vermittelte in der Woche danach eine Stillberaterin, weil es nicht so Recht klappen wollte. Seitdem besucht Elisa Susanne und ihre kleine Familie nach Bedarf. Manchmal nur zum Reden, manchmal dreht sie auch eine kleine Runde mit Nora durch den Park und nimmt vom Supermarkt frische Semmeln mit. Tim darf mit, wenn er nicht im Kindergarten ist. Elisa zeigte ihr Tricks, wie sie Nora beruhigen konnte, unterstützte sie in Situationen, in denen das schlechte Gewissen Tim gegenüber sie übermannte und half auch ihrem Mann den Überblick über Behördenwege zu behalten. Und sie achtete auf Kleinigkeiten, etwa auf das Gießen der Pflanzen, was im Trubel der ersten Wochen oft unterging.

Am wunderbarsten für Susanne war aber, das Gefühl jemanden zu haben, den sie fragen konnte. Elisa war immer auf dem neusten Stand, was Beikoststart, Babyschnäppchen und Entspannungstechniken betraf und hatte Experten zur Hand, wenn sie allein nicht mehr weiter helfen konnte. Susanne fühlte sich aufgefangen und begleitet.

Die Ausbildung zur Familienbegleiterin setzt nicht voraus, selbst Kinder zu haben, wenn gleich das ein sehr großer Vorteil wäre, was Einfühlungsvermögen und Verbundenheit betrifft. Doch viele Familien berichten, gerade von kinderlosen Frauen gut betreut worden zu sein. Das ist sicherlich auch Geschmackssache auf Seiten der Familie und eine Frage der inneren Einstellung auf Seiten der Familienbegleiterin. Auch für Paare in der Kinderwunschzeit sind Familienbegleiterinnen da, organisieren Gesprächsrunden und leiten Entspannungsübungen an.

Eine Familie zu gründen gehört zu den natürlichsten Dingen der Welt - und doch zu den größten Wundern dieser Erde. Dennoch, oder vielleicht gerade deshalb, bedarf es in der Zeit, in der man sich auf ein Kind vorbereitet, es erwartet sowie in der ersten Zeit nach der Geburt einer besonderen Begleitung und Unterstützung – der Familienbegleiterin, ein Job mit Herz.

Möchtest du mehr über die Ausbildung zur Familienbegleiterin wissen, dann hilft dir Johanna Windisch, Geschäftsfüherin von jobs mit herz - Privatschule für sozialpädagogische Berufe, gerne weiter.

auf Facebook auf Facebook teilen

Mehr zum Thema:

Kommentare

Kommentar

Hallo Maria Wenzel!
Ich bin Familienbegleiterin in Ausbildung bei jobs mit herz. Es war bis jetzt tatsächlich ganz wunderbar und teilweise ganz anders, als erwartet. Sogar besser!!!! Da ist nichts mit "Beratung und Tipps aus dem Lehrbuch" so wie du geschrieben hast. Da geht es viel mehr um die Stärkung der elterlichen Intuition! Eigentlich um genau das, was du beschrieben hast, dass man Eltern nicht entmündigt, sondern das Vertrauen in die natürliche Kompetenz unterstützt! Eine echt wunderbare Sache. Ich bin so happy! :D


Kommentar

familienbegleiterin klingt gut und vermittelt eine gewisse sicherheit - garantie gibts aber dann auch keine. klingt irgendwie nach plüsch, kuscheln und my little pony-romantik. man muss vermutlich glück bei der wahl dieser begleiterin haben. immerhin schenkt man einer komplett fremden vollstes vertrauen (bezahlt sie dafür) und ist in einer form "abhängig". ich wäre auch dafür, sich zuerst mit dem partner, familien oder freunden zu synchronisieren bevor man sein vertrauen auslagert und auf ratschläge aus dem lehrbuch vertraut. eine beratungssitzung zu nehmen fände ich da sinnvoller, weil man da gezielt tipps bekommt und selbst agieren muss, immerhin wird man mutter/vater und ist dann ja auch selbst verantwortlich für alles weitere. eine ständige begleitung entmündigt einen da irgendwie, find ich.


Kommentar

jetzt erst gesehen! toll!
*gefällt mir*


Kommentar

Finde ich gut daß es das gibt! Noch vor einem halben Jahr hätte ich mir ganz sicher so eine Unterstützung genommen! Der erste Geburtstag von Timon war aus vielen Gründen ein kleines Fest für uns.


Kommentar

Hallo! Johanna hier von jobs mit herz! Ich steh für Fragen gerne zur Verfügung, aber bitte per EMail - Adresse findet ihr auf der Homepage! Alles Liebe! :-)


Kommentar

Schau mal der Link unten. Habs grad ausprobiert da kommt man zu der Seite. Jobs mit Herz
Ich finde das spannend. Ich glaub auch, daß viele Eltern das net nehmen weils eine Schwäche ist. Also weils glauben daß es eine Schwäche ist. Dabei finde ich daß genau im Gegenteil! Werde mir das einmal durchlesen.


Kommentar

Ich hätte mich nie getraut eine Familienbegleiterin zu "buchen". Aber da hab ich sicher eine falsche Einstellung dazu, ich hätte das als Schwäche angesehen, obwohl das natürlich Blödsinn ist.


Kommentar

Wie lange dauert denn diese Ausbildung und was kostet das?


Kommentar

Hallo! Ich mache heuer die Ausbildung! Eh bei jobs mit herz. Bin schon sehr gespannt und freu mich so darauf. Mir wurde gesagt, daß die Kosten für die Mama oder halt die Familie in etwa mit der einer Doula verglichen werden können. Ich müßte jetzt suchen, aber es gibt viele Homepages dazu. Ich lass mich jetzt mal auf die Ausbildung ein, eigentlich würde ich gerne Gesprächsrunden und Workshops leiten. Mal sehn! :-)


Kommentar

Mann oder Freunde haben aber nicht immer Zeit; ich kenne viele Mütter die auf sich allein gestellt waren/sind. Das ist traurig. Der Gedanke, dass es eine kompetente Preson gibt, die mir zur Seite stehe könnte, falls sonst niemand da ist, ist tröstlich.

Aber was kostet diese Dienstleistung eigentlich in etwa?


Kommentar

Meine Kinder sind schon erwachsen, aber ich hätte das gern gehabt. Meine eigene Mutter wohnte sehr weit weg, meine Schwiegermutter konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht so einspringen, mein Mann war voll in der Karriere, alle Freundinnen entweder nicht in der Nähe oder berufstätig oder, oder...
Tolle Idee. Man kauft sich für so viele Lebensbereiche heute Fachpersonal dazu, Friseur, Kosmetikerin, Masseurin, Psychotherapie. Und bevor man dauernd wegen jeder Kleinigkeit seinen Kinderarzt nervt, halte ich das für eine gute Alternative. Zumal der Kinderarzt sicher keine Semmeln mitbringt;-))


Kommentar

Ahh ist das sowas wie eine Doula? Interessant!


Kommentar

Wenn die vorhanden sind, ja! Ich hätt sowen sehr gut brauchen können aber ich wusst nciht dass es das gibt! Mein Mann arbeitete viel, Großeltern fallen flach und freundinnen naja... schon, aber nicht in der art und weise und so viele gabs damals auch nciht mit Kind. ich finds super!


Kommentar

Naja schlecht finde ich die Idee nicht, aber ich hatte Verwandte und Freunde die mir bei meinen Fragen zur Seite standen.


Kommentar

Ich halte nichts von einer Familienbegleiterin. Man kann ja so etwas mit dem Mann oder mit einer Freundin machen oder?


Kommentar abgeben

Bild-CAPTCHA
Gib bitte die Zeichen (Imagecode) die du im oberen Bild siehst ein (auf Groß,- und Kleinschreibung achten)!
Wenn du den Imagecode nicht mehr eingeben willst: Log dich ein!